Hamburg  Elon Musk verliert auf Twitter gegen Joe Biden – und bricht eigene Regel

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 16.02.2023 05:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Elon Musk sorgt bei Twitter erneut für Unruhe, berichten Mitarbeiter der Plattform. Foto: imago images/ZUMA Wire
Elon Musk sorgt bei Twitter erneut für Unruhe, berichten Mitarbeiter der Plattform. Foto: imago images/ZUMA Wire
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Elon Musks Tweet zum Super Bowl hat deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen als der von US-Präsident Joe Biden. Der darauffolgende Wutanfall von Musk hat Folgen für Twitter-Nutzer weltweit.

Elon Musk hat den Super Bowl 2023 am Sonntag (Ortszeit) live im Stadion verfolgt. Doch viel mehr als der Sieg der Kansas City Chiefs gegen die Philadelphia Eagles oder die spektakuläre Halbzeitshow der schwangeren Sängerin Rihanna, beschäftigte den Twitter- und Tesla-Chef etwas anderes: seine Twitter-Niederlage gegen US-Präsident Joe Biden.

Biden hatte den Eintrag seiner Frau – First Lady und Eagels-Fan Jill Biden – aufgegriffen und geschrieben, dass er dem Team seiner Ehefrau die Daumen drücke. Auch Elon Musk setzte einen Tweet ab, in dem er die Eagles anfeuerte.

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Doch während Bidens Beitrag rund 30 Millionen Menschen sahen, wurde Musks nur rund neun Millionen Mal angezeigt. Dabei hat Musk rund 129 Millionen „Follower“ auf Twitter, das Konto des US-Präsidenten rund 30 Millionen.

Wie der bei Twitter sehr gut vernetzte US-Journalist Casey Newton von „Platformer“ nach Gesprächen mit Twitter-Mitarbeitern berichtet, flog der aufgebrachte Musk nach dem Ende des Super Bowls mit seinem Privatjet zum Firmensitz nach San Francisco. Dort habe er gedroht, die noch verbliebenen Twitter-Entwickler zu feuern.

Als Reaktion darauf hätten die Angestellten eine Nachtschicht eingelegt und ein System gebaut, das es so bei Twitter bisher nicht gab. Zwei Kernpunkte laut „Platformer“:

Die Folge dieser Maßnahmen: Seit Montag sieht jeder Twitter-Nutzer weltweit deutlich mehr Musk-Tweets in der Übersicht als bisher. So sind die neuen Beiträge von Musk sind zwischen 30 und 150 Millionen Nutzern angezeigt worden.

Der Schritt ist auch interessant, weil der Milliardär vor und nach seiner Twitter-Übernahme immer wieder Gelegenheiten gefunden hat, um der alten Unternehmensführung angebliche Zensur, Einmischung und Bevorzugung vorzuwerfen. Sowas würde es unter ihm nicht geben, hatte der 51-Jährige mehrfach betont.

Nun hat Musk selbst und aktiv für eine persönliche Besserstellung gesorgt. Nicht bekannt ist, ob der Twitter-Chef diese Maßnahmen auch für andere Konten anordnen kann oder dies bereits getan hat.

Elon Musk sorgt sich offenbar seit geraumer Zeit um seine abnehmende Sichtbarkeit auf Twitter. In der vergangenen Woche soll er sich bei seinen Entwicklern darüber beschwert, dass seine Tweets weniger Aufmerksamkeit bekämen als in den Monaten davor.

Als zwei Ingenieure ihm nach einer Auswertung sagten, dass schlicht das öffentliche Interesse an seiner Person nachgelassen hätte, habe Musk beide Angestellten gefeuert, berichtete „Platformer“ damals.

Wie die US-Webseite „The Verge“ ergänzend berichtet, haben sich seit Montag zahlreiche Nutzer über den „Musk-Boost“ beschwert. Der Tesla-Chef reagierte darauf mit einem Bild, das darstellen soll, wie er Twitter seine Beiträge aufzwingt:

Am Dienstag kündigte Musk dann an, man werde das System noch einmal überarbeiten.

Übrigens: Seinen Super-Bowl-Tweet hat Elon Musk mittlerweile gelöscht. Ob es am Sieg der Chiefs oder dem von Joe Biden lag, ist nicht bekannt.

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