100 Tage Landesregierung Möge der Mut belohnt werden
Seit 100 Tagen ist Rot-Grün in Niedersachsen am Ruder. Die Koalition darf jetzt nicht schlapp machen – vor allem nicht die vielen Neulinge.
Ja, das rund eine Milliarde Euro schwere Energie-Sofortprogramm der neuen rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen kam fix. Auch der Windkraft-Ausbau ist angeschoben und das LNG-Terminal in Wilhelmshaven angeschlossen. Und nun?
Mittlerweile gibt es in jedem Ministerium eine neue Hausleitung. Standen bis vor kurzem noch Innenminister Boris Pistorius und Gesundheitsministerin Daniela Behrens (beide SPD) für Beständigkeit, zog der Wechsel von Pistorius ins Bundesverteidigungsministerium eine Kabinettsumbildung in Hannover nach sich. Behrens wechselte ins Innere, die Gesundheit übernahm der auf Landesebene bisher unbekannte Andreas Philippi, den Weil aus dem Bundestag abwarb. Nicht nur Neuling Philippi, auch Weils Stellvertreterin Hamburg (Kultus) sowie Gerald Heere (Grüne/Finanzen), Falko Mohrs (SPD/Kultur), Miriam Staudte (Grüne/Landwirtschaft), Kathrin Wahlmann (SPD/Justiz) und Wiebke Osigus (SPD/Europa) sind völlig unerfahren, was die Leitung eines Ministeriums angeht. Das muss nicht heißen, dass sie ihren Job schlechter machen als die „alten Hasen“. Vielleicht machen sie ihn sogar besser, weil sie die ausgetretenen Pfade verlassen und Neues wagen.
Die Besetzung jedenfalls darf durchaus als gewagt bezeichnet werden. Hoffentlich wird der Mut belohnt und werden die Wähler, wird das Land Niedersachsen am Ende nicht enttäuscht.
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