Weil die Nachbarn nicht helfen können Inselfeuerwehren bekommen mehr Geld
Weil keine Nachbarschaftshilfe von anderen Feuerwehren möglich ist, bekommen Inselgemeinden jetzt mehr Geld für den Brandschutz. Doch nicht nur die Insulaner Wehren bekommen Unterstützung.
Borkum - Wenn es auf Borkum brennt, rückt die Feuerwehr aus. Das ist auf der Insel nicht anders als auf dem Festland. Anders ist allerdings, dass man auf die Einsatzkräfte auf der Insel ganz anders angewiesen ist, als auf dem Festland. Während zum Beispiel bei einem Brand in Leer, nicht nur die Stadtfeuerwehr zum Einsatz kommt, sondern auch Kameraden aus Loga und Bingum hinzueilen können, müssen sich die Borkumer auf sich verlassen. Die Einsatzkräfte von Juist oder vom Festland würden es nämlich vermutlich nicht rechtzeitig zum Einsatzort kommen.
Vor diesem Problem stehen nicht nur die Borkumer, sondern alle Inselgemeinden in Niedersachsen. Deswegen wurde in Zusammenarbeit mit den Landkreisen Friesland, Wittmund und Aurich, den kommunalen Spitzenverbänden und dem Land Niedersachsen eine Änderung der Richtlinie über die Verteilung und Verwendung von Zuweisungen zur Förderung des kommunalen Brandschutzes erwirkt. Die Borkumer bekommen nun zusätzlich Geld für den kommunalen Brandschutz – und somit für ihre Feuerwehr. 60.000 Euro steuert das Land bei, 10.000 Euro finanziert der Landkreis Leer. Das hat am Montag der Ausschusses für Feuerschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz einstimmig empfohlen. Im Namen der Insulaner bedankte sich Markus Stangassinger (SPD), der einzige Borkumer im Kreistag, bei seinen Ausschusskollegen.
Doch nicht nur die Borkumer Feuerwehr bekommt finanzielle Unterstützung. Der Ausschuss beriet auch über die Verteilung der Feuerschutzsteuermittel. Mehr als 870.000 Euro werden auf die Wehren im Kreis Leer verteilt. Teilweise werden damit Anschaffungen und Bauten finanziert. Zum Beispiel erhält die Ortswehr Dollard einen Zuschuss für den Neubau ihrer Feuerwehrhauses aus den Steuermitteln. Die Feuerwehr Collingshorst erhält einen Zuschuss für den Neubau ihrer Feuerwehrgerätehauses. Insgesamt bekommen 15 Wehren aus acht Gemeinden Zuschüsse für Neubauten oder Einsatzgeräte.