Panzer für die Ukraine Mal wieder eine Luftnummer
Deutschland und andere westliche Länder liefern an die Ukraine nun 100 Kampfpanzer des Typs Leopard 1. Was die Bundesregierung als große Geste verkündet, ist in Wirklichkeit Flickschusterei.
Ist das nun die Wende? Mehrere europäische Länder – Deutschland voran – liefern der Ukraine nun mehr als 100 Kampfpanzer des älteren Typs Leopard 1. Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius verkündete dies bei seinem ersten Besuch in Kiew auch gleich medienwirksam. Die frohe Botschaft, die er damit unters Volk bringt, lautet: Deutschland bewegt sich, zögert und zaudert nicht mehr.
Aber das wird nicht reichen. Wegen des Winters sind die Kämpfe in der Ukraine zwar abgeflaut, doch Russland rüstet gerade massiv auf. Militärexperten erwarten, dass Moskau bald zum Großangriff übergeht – auch, um den westlichen Lieferungen zuvor zu kommen. Da ist es absurd, dass die 100 Stück des Leopard 1 bis Frühjahr oder Sommer 2024 – also in einem Jahr – ankommen sollen. Bis dahin ist der Krieg längst entschieden.
Bei näherem Hinsehen entpuppt sich die Scholz`sche Zeitenwende mal wieder als Luftnummer. Nötig ist, jetzt zu handeln. Dazu gehört, dass die Nato-Verbündeten schnell liefern. Sie müssen Antworten haben auf die eindringlichen Bitten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der gerade im Westen auf Bittsteller-Tour ist. Deutschland sollte auch die Produktion des Leopard-2-Panzers – der als einer der besten Panzer der Welt gilt – hochfahren, um Kiew damit zu versorgen. Die Wende im Krieg bringt der Leopard 1 jedenfalls nicht.
Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de