Berlin  Strom- und Gaspreise 2023: So stark könnten sie in diesem Jahr sinken

Michael Clasen
|
Von Michael Clasen
| 05.02.2023 13:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Morgenröte auf dem Strommarkt? Foto: dpa
Morgenröte auf dem Strommarkt? Foto: dpa
Artikel teilen:

Die Preise für Strom und Gas sind durch den Ukraine-Krieg explodiert. In 2023 erwartet das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos aber gute Nachrichten für die Verbraucher.

„Wir sind durch das Gröbste durch“, erklärt Prognos-Experte Marco Wünsch. Er rechnet beim Strom noch in diesem Jahr mit einem weiteren deutlichen Preis-Rückgang:  2022 sei Strom zum Teil doppelt, zum Teil dreimal so teuer wie vorher gewesen.

„Es gab Verträge mit 60, 70 oder 80 Cent, die temporär angeboten worden sind, jetzt ist man auf 40 Cent wieder zurück. Und meine Einschätzung ist, das geht noch weiter runter. Also beim Strom werden wir uns an das alte Niveau knapp über 30 Cent annähern“, sagt Wünsch.

Beim Gas betrug das alte Niveau 7 oder 8 Cent pro Kilowattstunde. Die Preise gingen 2022 im Peak auf 20, 25 Cent hoch. Jetzt liege der Preis bei 14 Cent. „Beim Gas werden wir nicht auf das alte Niveau zurückfallen, weil die neuen Importstrukturen mit Flüssiggas teurer sind als Pipelinegas aus Russland. Das ist einfach systembedingt teurer“, sagt er.

Übrigens: Preisdämpfend für die Verbraucher wird sich auch die Gaspreisbremse der Bundesregierung auswirken. Sie kommt im März und gilt rückwirkend ab Januar. Privathaushalte können dann in 2023 bis 80 Prozent ihres bisherigen Verbrauchs mit einem Gas-Bruttopreis von 12 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Für die übrigen 20 Prozent gilt der Vertragspreis.

Bei Fernwärme wird der Bruttopreis für 2023 bei 9,5 Cent gedeckelt.

Gas werde zudem über die CO₂-Bepreisung in den nächsten Jahren teurer. „Wir werden vielleicht auf 12 Cent pro Kilowattstunde wieder runterkommen. Der Preis wird dann aber über die nächsten Jahre auch wieder steigen, einfach um die Klimaziele schaffen zu können.“ 2030 könnte er dann bei 15 Cent oder mehr liegen.

Auch für die Industrie werde das Gas teurer sein als in der Vergangenheit. „Die Großindustrie hat es für 3 Cent bekommen. Die Großverbraucher werden sich wahrscheinlich auf 4, 5 Cent einstellen müssen“, so Wünschs Prognose.

Privatkunden rät der Experte, ihre Verträge zu überprüfen. „Beobachten Sie die Vergleichsportale. Meine Vermutung ist, dass der Strompreis noch weiter fällt. „Wenn Sie derzeit einen extrem hohen Preis haben und raus wechseln können, dann machen Sie das sofort, ansonsten würde ich sagen, warten Sie noch zwei, drei Monate ab, die Preise werden noch ein Stück runtergehen“, so Wünsch.

Für 2030 erwartet der Prognos-Experte, dass die Strompreise nur geringfügig vom alten Niveau von 30, 32 Cent pro Kilowattstunde auf circa 35 Cent steigen werden.  

Ähnliche Artikel