DNA-Probe bringt Gewissheit Krummhörner Wolf kommt aus NRW
Bei dem Wolf, der kurz vor und an Heiligabend mehrere Schafe im Landkreis Aurich gerissen hat, handelt es sich um einen Jährling aus Nordrhein-Westfalen. Der junge Wolf ist auf Wanderschaft.
Krummhörn/Landkreis Aurich - Es war schon vorher amtlich, aber jetzt liegt auch das Ergebnis der DNA-Probe vor: Die Nutztierrisse im Dezember in Ostfriesland gehen auf das Konto eines Wolfes. Und der stammt aus Nordrhein-Westfalen (NRW).
Laut Angaben auf den sogenannten „Umweltkarten“ des Landes Niedersachsen, auf denen auch Nutztierrisse verzeichnet sind, handelt es sich bei dem Tier um einen Wolf mit der Kennung „GW2596m“. Hinter der Kennung steckt laut Presseberichten ein Jährling (Geburtsjahr 2021) aus dem Wolfsrudel im Territorium Schermbeck, der am 14. Januar vergangenen Jahres erstmals nachgewiesen wurde.
Ein Nachkomme von Gloria von Wesel
Das sogenannte Wolfsgebiet Schermbeck war 2018 das erste offizielle Wolfsterritorium des Landes Nordrhein-Westfalen. Es umfasst laut zuständigem Ministerium Teile der Kreise Wesel, Kleve, Borken und Recklinghausen sowie Teile der kreisfreien Städte Bottrop und Oberhausen.
Die Pufferzone geht noch über die Territoriumsfläche von rund 957 Quadratkilometern hinaus. Als Elterntiere des im Dezember in Ostfriesland umgegangenen Wolfes wurden die Wolfsfähe GW954f, genannt Gloria von Wesel, und der Wolfsrüde GW1587m identifiziert.
GW2596m hat sich vom Rudel gelöst
Jährlinge sind laut Internetseite des Umweltministeriums Niedersachsen mit zwölf bis 14 Monaten vom Skelett her ausgewachsen, nehmen aber noch bis zum Alter von zwei Jahren an Gewicht zu. „Mit einem Alter von zehn bis 22 Monaten“ können die Wölfe geschlechtsreif werden, so das Ministerium. „Spätestens nach 22 Monaten verlassen sie in der Regel das Rudel, um eine/n Partner/in zu suchen und in einem eigenen Territorium eine eigene Familie zu gründen. Im dritten Wolfsmonitoringjahr, also sobald die Wölfe zwei Jahre alt geworden sind, gelten sie offiziell als adulte Wölfe oder auch Altwölfe“, heißt es weiter.
GW2596m schien sich zum Ende des vergangenen Jahres hin auf eben diese Suche begeben zu haben. Am 8. November 2022 ist ein Riss durch GW2596m in der Gemeinde Dorsten im Kreis Recklinghausen nachgewiesen. Am 29. November vergangenen Jahres riss der Jährling dann fünf Schafe im Kreis Coesfeld in der Gemeinde Lüdinghausen, rund 50 Kilometer von Dorsten entfernt.
Spur führt Richtung Cloppenburg
Danach scheint es den jungen Wolf recht direkt nach Ostfriesland verschlagen zu haben. Zumindest ist unter den bestätigten Nutztierrissen in NRW für den Rest des vergangenen Jahres keine Rede mehr von GW2596m. In Niedersachsen ist er über Risse dann erst wieder im Dezember nachweisbar. Laut Umweltkarte ist GW2596m für die Risse mehrerer Schafe in der Gemeinde Krummhörn (22. Dezember) sowie in Blaukirchen und Schirumer Leegmoor sowie für den Riss einer Ziege in der Stadt Emden verantwortlich – mehr als 200 Kilometer von Coesfeld entfernt. Rund um die Risse in der Krummhörn mehrten sich Hinweise und Fotos zu Sichtungen.
Danach scheint sich der junge Wolf allerdings wieder in Richtung Süd-Osten davongemacht zu haben. Von den 24 in diesem Jahr in Niedersachsen gemeldeten Nutztierrissen können laut Umweltkarte bereits 19 einem Wolf zugerechnet werden – und zwei davon GW2596m. So werden für den 5. Januar in der Gemeinde Löningen (Kreis Cloppenburg), rund 120 Kilometer von der Krummhörn entfernt, 16 getötete Schafe dem Jährling zugerechnet. Gleiches gilt für 25 tote Schafe in einem anderen Teil der gleichen Gemeinde am 11. Januar.
Eine Anfrage zu weiteren Erkenntnissen zu GW2596m blieb am Dienstag seitens des Niedersächsischen Umweltministeriums zunächst unbeantwortet.
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