Berlin  Altersarmut: Immer mehr Rentner sind auf Grundsicherung angewiesen

Rebecca Niebusch
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Von Rebecca Niebusch
| 23.01.2023 12:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Vergleich zum Vorjahr sind zwölf Prozent mehr Rentner auf die Grundsicherung angewiesen, so das Statistische Bundesamt. Foto: IMAGO IMAGES/Panthermedia
Im Vergleich zum Vorjahr sind zwölf Prozent mehr Rentner auf die Grundsicherung angewiesen, so das Statistische Bundesamt. Foto: IMAGO IMAGES/Panthermedia
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Im Vergleich zum Vorjahr sind zwölf Prozent mehr Senioren auf die Grundsicherung vom Staat angewiesen, weil ihre Rente nicht reicht. Die Linken fordern deshalb staatliche Preiskontrollen – und einen Rentengipfel im Kanzleramt.

Die Gefahr von Altersarmut steigt: Im September des vergangenen Jahres bezogen 647.515 Rentner eine Grundsicherung; 18.945 mehr Menschen als im Juni 2022. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die die Bundestagsfraktion der Linken erfragt hat, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Im Vorjahresvergleich zum September 2021 sind es sogar 68.420 Personen mehr, die eine Grundsicherung beantragen mussten. Das ergibt einen Anstieg von zwölf Prozent.

„Die Altersarmut jagt von Rekord zu Rekord“, sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch gegenüber dem RND. „12 Prozent mehr seit der Bundestagswahl – die Inflation kommt im Sozialamt an“, so Bartsch.

Dem Politiker zufolge seien diese Zahlen „nur die Spitze des Eisbergs“. Die Rentner würden unter der derzeitigen Preisexplosion leiden. Er fordere eine „konsequente Antiinflationspolitik“; Preise für Lebensmittel und Energie müssten sinken. Das müsse durch „verschärfte Preisbremsen und staatliche Preiskontrollen gegen das Abkassieren der Lebensmittel- und Energiekonzerne“ geschehen. Die Linke hatte auf ihrer Fraktionsklausur Mitte Januar schon die vorläufige Streichung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel gefordert.

Dietmar Bartsch brachte außerdem ein Spitzentreffen zum Thema Rente ins Gespräch. „Wir brauchen dringend einen Rentengipfel im Kanzleramt“, sagte der Linken-Politiker. „Es ist höchste Zeit für eine große Rentenreform in Deutschland. Die Rente muss den Lebensstandard sichern und vor Armut schützen.“ Es könne nicht sein, das Rentner Sozialhilfe beantragen müssten, um über die Runden zu kommen.

Die Grundsicherung im Alter erhalten Senioren, deren Rente nicht für den Lebensunterhalt reicht, auf Antrag: Miete und Heizkosten übernimmt dann das Sozialamt. Bevor die Ämter zahlen, müssen Antragsteller ihre Vermögensverhältnisse offen legen.

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