Einzelhandel in Leer Umzüge, Leerstände, Neuerungen – das tut sich in Leer
Wenn man durch die Leeraner Fußgängerzone läuft, kann man einiges entdecken. Einige Geschäfte, die jetzt noch an ihrem Ort sind, sind bald aber weg.
Leer - In der Leeraner Innenstadt tut sich derzeit einiges. Neben einigen Leerständen gibt es auch große Pläne und Umzüge. Mit dabei sind kleine Lädchen, aber auch große und seit Jahren bestehende Märkte, die sich verändern.
Was und warum
Darum geht es: Die Geschäftswelt Leers ist im Wandel. Neben Umzügen und neuen Chancen gibt es auch Wiederbelebungen von Geschäftsräumen. Ein Überblick.
Vor allem interessant für: Alle, die sich für den Einzelhandel in Leer interessieren
Deshalb berichten wir: In der Innenstadt tut sich derzeit einiges. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Ganz vorne mit dabei ist Leffers. Das Modehaus wird deutlich vergrößert und dafür wird ordentlich Geld in die Hand genommen. Sie sind aber nicht die einzigen, die in ihre Standorte investieren. Zeit, einmal einen Überblick über die Veränderungen zu schaffen:
Fielmann
Wenn man durch die Innenstadt läuft könnte man denken, dass Fielmann über zwei Filialen in der Leeraner Mühlenstraße verfügt. Das ist so aber nicht ganz richtig. Der eigentlich Standort wird derzeit modernisiert, weshalb man die alte Stadtapotheke angemietet hatte. „Wir haben den Standort komplett saniert. Nach einem knappen halben Jahr Bauzeit, ziehen wir bald zurück“, sagt Filialleiter Friedhelm Specken.
Ein Termin dafür steht nun fest: „Wir eröffnen am 9. Februar“, sagt er. Man habe ein komplett neues Konzept für den Laden ausgearbeitet. So habe man die Technik erneuert. „Sowohl für die Optik als auch für die Hörgeräteakustik. Außerdem haben wir uns geringfügig vergrößert“, sagt er. Durch das neue Konzept könnten die 36 Mitarbeiter nun mehr Kunden bedienen. Nur eins könnte besser sein. „Wir suchen noch Auszubildende. Aber, wir bekommen einen tollen, neuen Laden“, sagt er.
Bäcker Bruhns
Seit Anfang des Jahres hat die Bäckerei Bruhns einen neuen Standort: Bei Markant in Loga. Für die Kunden ein nahtloser Übergang. Denn zum Ende des Jahres wurde der Weg erst frei. „Das ist spontan passiert. Erst im November oder Dezember haben wir uns dazu entschlossen. Wir wurden gut aufgenommen und es ist viel los“, erzählt Sandra Bruhns. Der Standort sei sehr klein, weshalb sie dort auch keine Sitzecke plane. „Aber bei so vielen Kunden könnte ich samstags gut eine dritte Verkäuferin brauchen. Dafür ist es aber zu eng“, sagt sie und lacht. Momentan hilft eine Kraft aus der Filiale in Bingum in Loga aus. „Bingum hat derzeit nur bis ein Uhr geöffnet. Das wollen wir aber wahrscheinlich im März wieder ausweiten. Dann bräuchten wir wirklich eine Teilzeitkraft“, sagt sie.
Mitte des vergangenen Jahres hatte man sich entschlossen den Standort in der Bremer Straße zu schließen. „Das hat allerdings überhaupt nichts miteinander zu tun“, betont Sandra Bruhns. Die Entscheidung wurde getroffen, weil die Verkehrssituation immer schlechter wurde. Außerdem gingen die Umsätze dort runter. „Da war immer Stau, besonders, als der Stadtring gesperrt war. Und nirgends konnte man parken“, sagt sie. Es kamen einfach zu wenig Kunden. Das ist bei der neuen Stelle in Loga ganz anders. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt sie.
Kücks Biomarkt
Die Tage von Kücks Biomarkt im Frisia Center neigen sich dem Ende. Allerdings ist hier weder eine Pleite noch eine Aufgabe des Geschäfts Grund dafür. „Wir ziehen um“, sagt Inhaber Thorben Kück. Am 1. Februar wird das rund 400 Quadratmeter große Geschäft ein letztes Mal im Frisia Center öffnen. Anschließend folgt der Umzug nach Logabirum zum Gelände von Backring. „Da haben wir dann 230 Quadratmeter Verkaufsfläche und insgesamt 300 Quadratmeter“, sagt er.
Er betont, dass es dem Geschäft gut gehe, die Nachfrage der Kunden sich allerdings verändere. „Wir reduzieren uns auf das Wesentliche“, sagt er. Die Vorfreude ist ihm anzumerken. „Ein attraktives Café und Bistro mit tollem Ausblick wird es ebenso geben, wie ein überarbeitetes Sortiment. Das Gebäude verfügt über moderne Räumlichkeiten und eigene Parkplätze“, sagt er. Für ihn ist der Umzug, der im März vonstatten gehen soll, ein positiver Schritt. Einen weiteren Biomarkt betreibt er zudem in Emden.
Umzüge, Renovierungen, Leerstände und Neues
Das Restaurant „Mangal“ ist derzeit geschlossen. Hier laufen Renovierungen und man möchte bald wieder öffnen. Auffällig ist jedoch, dass um das Restaurant herum Leerstände vorherrschen. Einige davon bestehen schon über Monate. Neu ist der ehemalige Standort des Juweliers Hurdelbrink. Britta Kloss begründete die Aufgabe vor einiger Zeit so: „Es ist ganz klar die wirtschaftliche Lage“.
Neu ist dafür „Buddys Kiosk“. Leers erster Späti. Den Kiosk eröffnete vor Kurzem der Student Miran Khalel und er hat noch einige Ideen für sein Geschäft. Er füllte den Leerstand, den der Weggang des Eiscafé „Arte Dolce“ von Vanessa und Andreas Karafotias verursachte. Diese mussten ihr Geschäft Mitte dieses Jahres aufgeben. Grund dafür war ein schwerwiegender Wasserschaden. Ebenfalls neu ist die Brautkleidmanufaktur am Bahnhofsring.
Nicht mehr in der Stadt ist das Schuhhaus K+K. Dieses wurde in dieser Woche ausgeräumt. Das seit Kurzem leere Tattoostudio in der Mühlenstraße ist hingegen nur umgezogen. Es befindet sich nun gegenüber des Mangal-Restaurants. Ein Leerstand geschlossen, ein neuer geschaffen.