Kitas und Schulen im Blick  Bedarfsanalyse könnte weitere Auswirkungen haben

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 20.01.2023 15:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wie geht es mit den Schulen und Kitas in der Gemeinde Krummhörn weiter? Einfluss darauf wird das Ergebnis einer Bedarfsanalyse haben, die erstmals am 9. Februar öffentlich vorgestellt werden soll. DPA-Symbolfoto: Marijan Murat
Wie geht es mit den Schulen und Kitas in der Gemeinde Krummhörn weiter? Einfluss darauf wird das Ergebnis einer Bedarfsanalyse haben, die erstmals am 9. Februar öffentlich vorgestellt werden soll. DPA-Symbolfoto: Marijan Murat
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Die auf Eis gelegte Erweiterung der Greetsieler Grundschule könnte durch die Bedarfsanalyse wieder diskutiert werden. Außerdem hat man dort eine Frist im Blick.

Greetsiel - Wenn in der Krummhörn über die aktuelle Bedarfsanalyse der Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) gesprochen wird, dann oftmals in einem Atemzug mit der stark sanierungsbedürftigen Grundschule Jennelt. Die Einrichtung ist jedoch nur eine von vielen Kitas und Schulen, die die Bonner Gutachter zuletzt auf ihre Zukunftsfähigkeit hin untersucht haben. Das könnte nun dafür sorgen, dass auch die Diskussion über die auf Eis gelegten Pläne in Greetsiel wieder auftaut..

Was und warum

Darum geht es: die Bedarfsanalyse von Biregio und die Auswirkungen, die nicht nur die Grundschule Jennelt betreffen könnten

Vor allem interessant für: Eltern in der Krummhörn, deren Kinder in die Kita oder Schule gehen

Deshalb berichten wir: Wir hatten neulich mit dem Krummhörner Ratsvorsitzenden Heiko Ringena (FBL) auf das neue Jahr geblickt. Dabei kamen unter anderem auch die Zusammenlegungspläne von Grundschule und AWO-Kindergarten zur Sprache.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Dort sollte bereits im vorvergangenen Jahr die Grundschule erweitert werden, um auch dem AWO-Kindergarten Platz zu bieten. Daraus wurde aber nichts. Das Vorhaben ist seit dem Juli desselben Jahres „auf unbefristete Zeit“ zurückgestellt, hieß es damals von der Gemeinde Krummhörn, die die Trägerin der Schule ist. Zu tun hat die Zurückstellung laut Verwaltung mit der Kostenexplosion im Baugewerbe, die die zunächst geschätzte Summe „deutlich überstiegen“ habe. Als bereits zwei Drittel aller Ausschreibungen erfolgt waren, zog die Politik daher die Notbremse.

In der Kita bleibt es beengt

Im Kindergarten hat man sich bereits damit abgefunden, wie auf Nachfrage unserer Redaktion dessen Leiterin Angelika Oltmanns deutlich macht. Man habe zum Glück nur eine Gruppe und könne den zur Verfügung stehenden Platz daher noch gut ausnutzen. Dennoch sei die Einrichtung „sicherlich beengt“, sagt sie. Man müsse nun schauen, was die Bedarfsanalyse sage. Dem schließen sich auch die Grundschul-Rektorin Ivonne Behnke und Gemeindesprecher Fritz Harders an. Die daraus entstehenden Beschlüsse „könnten auch die bestehenden Beschlüsse zur Grundschule und zur Kita Greetsiel berühren“, bestätigt er.

Eigentlich sollte die Greetsieler Grundschule ausgebaut werden, um auch noch einem Kindergarten Platz zu bieten. Die Pläne dafür liegen aber weiter auf Eis. Archivfoto: Wagenaar
Eigentlich sollte die Greetsieler Grundschule ausgebaut werden, um auch noch einem Kindergarten Platz zu bieten. Die Pläne dafür liegen aber weiter auf Eis. Archivfoto: Wagenaar

Weil das Ausmaß der Analyse auch über diese beiden Einrichtungen hinaus reichen wird, sucht die frühere Jennelter Rektorin Jutta Lerche-Schaudinn seit Monaten den Kontakt zu den Fördervereinen der anderen Krummhörner Grundschulen, die es außer in Greetsiel auch noch in Loquard und Pewsum gibt. Der Wunsch der von ihr ins Leben gerufenen Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt der Grundschule Jennelt: gemeinsam nicht nur diesen, sondern möglichst auch die anderen Standorte erhalten.

Rolle der öffentlichen Meinung

Immerhin hatte Biregio bereits in einer zurückliegenden Analyse aus dem Jahr 2014 empfohlen, die Grundschulen Greetsiel und Loquard zu schließen. Damals jedoch sprach sich die Krummhörner Politik gegen die Empfehlung und für den Erhalt aus, was zeigt, wie wichtig es sein kann, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen.

Dennoch: Rückmeldungen von den anderen Fördervereinen blieb bis zuletzt aus, wie Lerche-Schaudinn unserer Zeitung Anfang des Monats sagte. Nur aus Pewsum habe man vernommen, dass man sich dort „schon eindeutig in Richtung Zentralisierung positioniert“ habe. Immerhin steht dort die größte Krummhörner Grundschule, wo eine Schließung als am unwahrscheinlichsten gilt.

Personalmangel und fehlende Mensa

Während der bauliche Zustand der Kitas und Grundschulen für deren Zukunft eine ebenso große Rolle spielt wie die Entwicklung der Geburtenzahlen, sind das jedoch nicht die einzigen Faktoren, von denen die Zukunft der Einrichtungen abhängt. Ein weiterer ist die Zahl der Lehrkräfte, wie Rektorin Ivonne Behnke am Beispiel von Greetsiel deutlich macht. Sie erinnert an den Beschluss von Bundestag und Bundesrat, ab dem Jahr 2026 schrittweise einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den deutschen Grundschulen einzuführen. „Wie aber soll das ohne zusätzliches Personal funktionieren?“ fragt Behnke. Auch eine Mensa für den Ganztagsunterricht fehle in dem Fischerdorf.

Derzeit zähle die Einrichtung 63 Kinder und biete eine verlässliche Betreuung bis 13 Uhr an. Pro Jahr komme es etwa einmal vor, dass die Eltern eines Schülers einen Antrag stellen, ihr Kind außerhalb Greetsiels unterzubringen, wo es bereits ein Ganztagsangebot gebe. Man stehe zwar in Kontakt mit der Gemeinde, aber es müsse sich noch zeigen, inwieweit das Angebot in der Krummhörn ausgebaut werde und ob wirklich jeder Schulstandort eine längere Betreuung anbieten kann.

Nun aber ist erst einmal Warten angesagt, denn bevor die besagte Bedarfsanalyse noch nicht öffentlich von der Politik diskutiert wurde, wird es weder bei den Kitas noch bei den Schulen weitergehen. Eine erste interne Informationsveranstaltung mit Schulverantwortlichen, Politik, Gemeinde, Eltern und der BI gab es bereits am 13. Januar. Öffentlich vorgestellt werden sollen die Ergebnisse am 9. Februar. Dann tagt ab 18.30 Uhr der zuständige Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss des Rates in der IGS in Pewsum.

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