Hamburg Vegan durch den Januar: Das sind die „Veganuary“-Aktionen beim Einkauf
Das Jahr startet für viele vegan. Unter dem Begriff „Veganuary“ findet die Neujahrs-Challenge bereits zum vierten Mal in Deutschland statt. Welche Händler und Hersteller 2023 beim rein pflanzlichen Januar mitmachen und welche Aktionen sie bieten.
„Happy Veganuary“ – vielleicht ist Ihnen dieser Ausspruch diesen Januar auch schon begegnet. Verwunderlich wäre es nicht: Zum vierten Mal läuft in Deutschland eine Kampagne unter dem Begriff „Veganuary“, einer Verbindung aus „vegan“ und dem englischen Wort für Januar, also „january“.
Es ist eine Art Neujahrsvorsatz, sich einen Monat lang vegan zu ernähren. Und viele Unternehmen aus der Lebensmittelbranche springen auf den Zug auf. Denn das Potenzial, das große Geschäft mit Fleischalternativen zu machen, wächst.
Laut des Ernährungsreports 2022 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ernähren sich 44 Prozent der rund 1000 Befragten mittlerweile flexitarisch, essen also nur noch gelegentlich Fleisch. 47 Prozent haben mindestens schon einmal vegetarische oder vegane Alternativprodukte gekauft, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 64 Prozent. Immerhin neun Prozent greifen täglich dazu.
Pünktlich zu Beginn des neuen Jahres – und damit zum Start des „Veganuarys“ – warteten zahlreiche große Handelsunternehmen, Drogeriemärkte und Hersteller mit Aktionen, Sonderangebote und teilweise neuen veganen Produkten auf.
Lidl hat mit „Vemondo“ eine ganz eigene Marke für vegane Produkte. Der Discounter nutzt den „Veganuary“, diese zu bewerben und stellt auf seiner Webseite fast 1000 Ideen zum Kochen ohne tierische Produkte zur Verfügung. Auch Penny setzt auf Rezepte und gibt zudem Tipps, wie der Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung gelingen kann.
Aldi Süd hingegen hat die Gelegenheit ergriffen, um zu Jahresbeginn zu verkünden, dass das Angebot bis Ende 2024 auf 1000 vegane Eigenmarke-Produkte ausgeweitet werden soll. Aktuell biete das Unternehmen bereits mehr als 700. Im „Veganuary“ lockt der Discounter mit einigen Aktionspreisen. Der Schwesterkonzern Aldi Nord tut es ihm unter dem Kampagnennamen „Bewusst Preisbewusst“ gleich.
Die Supermarktkette Rewe hat sich dazu entschlossen, den Klimavorteil veganer Ernährung in den Fokus zu rücken und zeichnet einige Produkte mit sogenannten Klimapreisen aus. Der Kunde kann hier sehen, wie hoch der CO2-Wert eines Artikels ist.
Edeka unterstützt wiederum „Veganuary“-Teilnehmer unter anderem mit Wochenplänen auf Social Media. Das monatlich erscheinende Kundenmagazin „Mit Liebe“ sowie der Podcast „Iss so“ widmen sich im Januar zudem dem Thema vegane Ernährung.
Auch Drogeriemärkte beteiligen sich an der Aktion. Mit dabei: die Hamburger Kette Budni. Hier geht es natürlich nicht nur um pflanzliche Lebensmittel, sondern auch um andere Produkte, die frei von tierischen Inhaltsstoffen sind. Die veganen Artikel, wie Handcremes, Zahnpasta, Duschgels und Shampoos, sind direkt am Regal als solche gekennzeichnet.
Rossmann ruft seine Kunden unter anderem dazu auf, einen Veganuary-Moment unter dem Hashtag #veganuary zu posten. Ansonsten bewirbt die Drogerie ihre veganen Produkte der Eigenmarke „enerBio“ und gibt darauf bis zu 20 Prozent Rabatt.
Mit neuen veganen Produkten warten zahlreiche Hersteller auf. So bietet die Hamburger Firma Harry-Brot seit dem Jahreswechsel Fertig-Pancakes ohne Eier und Milch an.
Der oft in der Kritik stehende Lebensmittelgigant Nestlé hat jüngst eine vegane Variante seines beliebten Kitkat-Riegels auf den Markt gebracht. Geworben wird damit, dass seine Produktion 18 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen als die ursprüngliche Variante.
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Bereits seit Jahren ein Vorreiter in Sachen „veggie“ ist die Rügenwalder Mühle – ein Wursthersteller. In seinem aktuellen Werbespot bewirbt das Unternehmen seine Fleischersatz-Produkte gezielt in Kombination mit dem Aktionsmonat. „So schmeckt der Veganuary“, heißt es darin. Und weiter: „Auch für alle, die vegan eigentlich nicht so toll finden.“ Mit leckeren Rezepten möchte man auch hier Skeptiker überzeugen.
Natürlich setzen noch weitaus mehr Unternehmen auf den Vegan-Trend. Regelmäßig kommen auch abgesehen des Aktionsmonats „Veganuary“ neue Produkte auf den Markt. Bei der Masse der Angebote kann man schnell den Überblick verlieren.
Gute Übersichten und Tipps bieten hier zahlreiche Social Media-Accounts, die sich mit dem Thema vegane Ernährung befassen. So gibt es Accounts, wie beispielsweise „Veganes im Supermarkt“, die sich ausschließlich damit beschäftigen, in welchem Supermarkt welches Sortiment zu finden ist und wo gerade etwas im Angebot ist.