Neuer Verteidigungsminister Pistorius  Roter Sheriff Boris statt junge, smarte Siemtje

Joachim Braun
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Ein Kommentar von Joachim Braun
| 17.01.2023 18:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Boris Pistorius wird Nachfolger von Christine Lambrecht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Boris Pistorius wird Nachfolger von Christine Lambrecht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Warum des Bundeskanzlers Entscheidung für Boris Pistorius als neuem Chef der Bundeswehr eine kluge Entscheidung ist und das Ministerium aus den Negativ-Schlagzeilen holen wird.

Nun also doch wieder ein Kerl. Das in Kinderfantasien männlichste Amt der Bundesregierung, der Bundesminister der (nicht: für) Verteidigung, geht nach zehn Jahren weiblicher Führung an den Osnabrücker Boris Pistorius. Den amtierenden Innenminister in Hannover hatte offenbar kein Berliner Insider so wirklich auf der Liste, dabei bestätigt diese Wahl den ausgeprägten politischen Instinkt von Bundeskanzler Olaf Scholz: Pistorius ist Niedersachse, hat allem Anschein nach Lust auf das Amt und steht im Ruf, durchsetzungsfähig zu sein. Und: Gedient hat er ebenfalls.

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Für den Bundeskanzler ist der ehrgeizige, ehemalige Osnabrücker OB die Lösung mit dem geringsten Risiko. Dass Pistorius schnell lernen wird, sich auch auf der außenpolitischen Bühne zu bewegen, steht außer Frage, und auch die nötige Akzeptanz der Truppe wird er bekommen. Ohne das abwertend gegenüber den drei Vorgängerinnen zu meinen: Jungs stehen nun mal mehr auf Jungs. Nicht zuletzt reißt seine Nominierung in der Berliner Politik keine Löcher, außer bei Stephan Weil in Hannover. Das dürfte Scholz aber ziemlich egal sein.

Schade für Siemtje Möller. Die 39-jährige gebürtige Emderin, erst seit gut fünf Jahren in der Bundespolitik, hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Trotzdem war sie Scholz wohl ein Experiment zu viel - nach der glücklosen und ungeschickten Christine Lambrecht.

Den Autor erreichen Sie unter j.braun@zgo.de