Hamburg  Klimapreise statt Euro: Was hinter der Aktion bei Rewe steckt

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 17.01.2023 16:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Rewe möchte seine Kunden darauf aufmerksam machen, dass der Einkauf einen Einfluss auf das Klima hat. Foto: imago images/Bihlmayerfotografie
Rewe möchte seine Kunden darauf aufmerksam machen, dass der Einkauf einen Einfluss auf das Klima hat. Foto: imago images/Bihlmayerfotografie
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Wie viel kostet der Wocheneinkauf den Planeten? Auf diese Frage möchte die Supermarktkette Rewe aufmerksam machen. Sie hat bestimmte Produkte nicht mit einem Preis in Euro, sondern mit einem Klimapreis ausgezeichnet.

Der Einkauf im Supermarkt hat nicht nur einen unmittelbaren Einfluss auf den Geldbeutel, sondern auch auf das Klima. Um Kunden darauf aufmerksam zu machen, hat Rewe seine Preise für bestimmte Produkte durch sogenannte Klimapreise ersetzt. Hintergrund der Aktion ist der „Veganuary“, der für eine rein pflanzliche Ernährung im Monat Januar wirbt.

„Die neuen Angebote beziehen sich auf die CO2-Werte des Artikels, nicht auf den tatsächlichen Preis“, heißt es in einer Mitteilung von Rewe. Die Kunden in den Filialen hätten die Möglichkeit zu erkennen, welchen Einfluss der eigene Einkauf auf die Klimakrise hat, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht.

Beispielsweise beträgt der Klimapreis bei den veganen Bio-Gemüse Falafel-Bällchen 1,50 CO2-Emission pro Kilogramm. Zum Vergleich: Die Frikadellen aus Schweinefleisch kosten 8,87 CO2-Emission pro Kilogramm. Glaubt man den Angaben von Rewe, wäre das eine Einsparung von 83 Prozent an Treibhausgas-Emissionen.

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Ein weiteres Beispiel ist die biologisch-vegane Streichcreme aus Paprika, Tomate, Zucchini und Aubergine. Sie hat einen Klimapreis von 2,78 CO2-Emission pro Kilogramm. Das milchhaltige Pendant ist für 6,90 CO2-Emission pro Kilogramm erhältlich.

Laut Angaben von Rewe basieren die Werte auf Berechnungen des „Greenhouse Gas Protocol“ (GHG-Protocol) zur Bilanzierung von Treibhausgas-Emissionen. Dabei stellt die CO2-Emission (abgekürzt mit CO2e) die Gesamtsumme der Treibhausgase dar, deren Werte gemäß des GHG-Protocols in CO2-Äquivalente umgerechnet werden, um die Treibhausgas-Emissionen bilanzieren zu können.

Sehen Sie in der Statista-Grafik die verbreiteten Ernährungsweisen in Deutschland im Jahr 2022:

Wie das Bundesumweltministerium mitteilt, besitzt die Ernährung neben Faktoren wie Wohnen, Mobilität, Strom, öffentlichen Emissionen und Flugreisen mit 15 Prozent einen maßgeblichen Anteil an der Schädigung des Klimas. Vor diesem Hintergrund werben Organisationen und Unternehmen im Rahmen des „Veganuary“ dafür, sich fleischfrei beziehungsweise rein pflanzlich zu ernähren. Im vergangenen Jahr beteiligten sich in Deutschland mehr als 426 Unternehmen an der Aktion.

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