Der Test im Supermarkt Heute 30 statt 20 Euro für die gleichen Lebensmittel?
Dass man beim Einkaufen tiefer in die Tasche greifen muss, hört man oft. Wir wollten es testen. Wie viel mehr zahlt man in Ostfriesland für Lebensmittel im Vergleich zu der Vor-Krisen-Zeit?
Ostfriesland - Alles wird teurer, diesen Satz hört man derzeit oft. Aber wie viel teurer sind Lebensmittel geworden? Wir wollten es testen: Vor Ort mit Dingen, die man alltäglich braucht. Zum Vergleich haben wir in Prospekten nachgeschaut, welche Angebote es früher gab – früher heißt in diesem Falle 2019. Vor der Corona-Krise, vor dem Ukraine-Krieg. Und damit es vergleichbar bleibt, haben wir bei Discountern und Supermärkten eingekauft und nachgelesen: Auf unserer Liste standen Waschmittel, Chips, Äpfel, Paprika, Spülmittel, Käse, Nudeln, Butter, Cola und Toilettenpapier. Wir haben jeweils die gleichen Markenprodukte gekauft, wenn es möglich war, um eine gewisse Vergleichbarkeit zu haben.
Das Gesamtergebnis: Der Einkauf beim Discounter 2023 hat für die zehn Produkte – bei fast allem hat es mit den Marken geklappt – knapp unter 29 Euro gekostet. Beim Supermarkt um die 30 Euro. Mit dabei hier und da ein Sonderangebot. Im Vergleich kommt bei den Prospekten aus 2019. Das Ergebnis: rund 20 Euro. Dabei muss man natürlich beachten, dass es sich bei allen Preisen um Angebote handelt. Besonders krass sind die Preissprünge allerdings bei Butter – Kerrygold kostet heute 3,49 Euro, ob Discounter oder Supermarkt, 2019 kostete die Butter reduziert 1,59 Euro. Heruntergesetzt von rund 2 Euro je nach Anbieter. Eine große Spanne.
Angebote können sich noch lohnen – aber nicht alle
Vergleichbar groß ist der Preisanstieg bei Kartoffelchips. Im Angebot 2019 kosteten die Chips 95 Cent, heruntergesetzt von 1,39 Euro, heute regulär 60 Cent mehr mit 1,99 Euro. Auch der Markenkäse in Scheiben, den wir ausgesucht haben, hat einen vergleichsweise kleineren Sprung gemacht: 3,39 Euro kostet er heute regulär – ob Discounter oder Supermarkt. 2019 bekam man ihn schon mal für 2,99 Euro. Nudeln gibt es heute für 1,99 Euro, ein halbes Kilo. 2019 auch schon mal für 1,49 Euro. Die Kilopackung ist teilweise sehr viel günstiger gewesen und auch heute noch manchmal für unter einem Euro zu kriegen.
Unschön ist der Blick zurück, wenn es um die Preise für Paprika geht. Rote Exemplare kosten heute 2,99 beziehungsweise 3,49 Euro pro Kilo. 2019 waren im Angebot für 1,59 zu bekommen. Die Äpfel gab es 2019 für 2,09 Euro, heute für 2,19 Euro im Angebot beim Discounter. Es kann aber auch 3,69 Euro kosten, wenn man woanders guckt. Wer Waschen oder Abspülen möchte, kann das tun, ohne sehr viel tiefer in die Tasche zu greifen. Zumindest ergibt das unser Testkauf. Denn ob Spülmittel oder Waschmittel, ist der Normalpreis mit 5,95 Euro für 30 Wäschen nicht merklich angestiegen, das Spülmittel ist mit 1,11 Euro im Angebot heute sogar ein wenig günstiger, als es noch 2019 war.
Am Ende steht fest: Die Suche nach Sonderangeboten lohnt sich nach wie vor. Bei Artikeln wie Butter, Paprika und Chips hat es allerdings Preissteigerungen gegeben, die man auch durch Vorbereitung nicht auffangen kann. Die Verbraucherzentrale spielen dabei etliche Faktoren eine Rolle: „Darunter gestiegene Energiekosten, versteckte Preiserhöhungen sowie die schwierige internationale politische Lage und Arbeitskräftemangel“, heißt es. Gerade die Steigerung des Preises von Speiseöl scheint sich noch immer bei den Produkten ablesen zu lassen, zumindest erweckt unser kleiner Test den Anschein. „Die Verbraucherzentralen fordern von der Politik und vom Bundeskartellamt, bei Mitnahmeeffekten durch Handel und Hersteller sowie bei versteckten Preissteigerungen genauer hinzusehen und konkret zu handeln“, heißt es weiter.