Berlin  Panzerprobleme: Lieber ein funktionierender Marder, als ein kaputter Puma

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 13.01.2023 19:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Rüstungssparte hält Rheinmetall auf Wachstumskurs Foto: dpa/Holger Hollemann
Rüstungssparte hält Rheinmetall auf Wachstumskurs Foto: dpa/Holger Hollemann
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Dass der Puma nicht funktioniert, ist sicher peinlich. Doch die Schnappatmung über die Marder bei der Nato-Speerspitze sind unangemessen. Es gibt auch Vorteile.

In einem geheimen Spitzengespräch hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht mit Vertretern der Bundeswehr und der Industrie die Probleme des Pumas analysiert. Die Ergebnisse: Es mangelte den Soldaten an Ausbildung und Erfahrung, um sachgerecht mit dem Panzer umzugehen. Zudem fehle es an Meldewegen, um Störungen zu melden und zu beheben.

Dass so etwas erst wenige Tage, bevor die Pumas zur Nato-Speerspitze VJTF kommen sollen, auffällt, und zwölf Tage danach analysiert wird, ist suboptimal und wäre zu vermeiden gewesen. Teile der Truppe müssen innerhalb von zwei Tagen bereit sein, um im Ernstfall an der Nato-Ostflanke (man könnte auch sagen: in einem potenziellen Dritten Weltkrieg) zu kämpfen. Da ist kein Platz für Technik-Pannen und Panzer-Testen.

Dass die Pumas nun vorerst von Mardern vertreten werden, ist aber zu verkraften. Dem älteren Panzer fehlen vielleicht einige schicke Technik-Features, wie digitale Landkarten und Kommunikation und er ist nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand (so fehlt etwa der Nato-Standard Digitalfunk). Dennoch ist er ein funktionstüchtiger Schützenpanzer. Das kann der Puma erst von sich behaupten, wenn die Ausbildungs- und Wartungsprobleme gelöst sind. Und am allerwichtigsten: Der Marder ist seit Jahrzehnten im Einsatz, sodass die Wartung, Reparatur und Bedienung eingespielt sind und zuverlässig funktionieren.

Wenn diese Bereiche beim Puma absolut zuverlässig funktionieren, ist er dem Marder überlegen. Falls die Probleme gelöst sind, kann das Verteidigungsministerium die Raubkatze immer noch zur VJTF schicken. Doch bis es so weit ist, bleibt der Puma besser in der Garage.

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