Berlin Rechnungshof warnte – Lambrecht investierte trotzdem 850 Millionen Euro in Pumas
Christine Lambrecht hat 850 Millionen Euro durchgeboxt, um die Pumas der Bundeswehr nachzurüsten. Offenbar obwohl sie wusste, dass die Panzer nichts taugen.
Das nächste Problem für das Verteidigungsministerium: Nicht nur, dass die Puma-Panzer der Bundeswehr nicht einsatzfähig sind. Das Verteidigungsministerium hätte von den Schwächen wissen müssen und hat für das Projekt trotzdem 850 Millionen Euro im Bundestag organisiert.
In der Abstimmungsvorlage aus dem Verteidigungs- und dem Haushaltsausschuss im September wird laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ empfohlen, „die Vertragsverhandlungen abzubrechen, da weder die Vorgaben des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages (HHA) umgesetzt seien, noch das System eine technische Reife aufweise, die eine Folgebeschaffung rechtfertigen würde“. Im Klartext: Die technischen Probleme der Panzer sind so groß, dass das Geld verschwendet wäre.
Für das Geld sollten 143 Pumas aus den Beständen der Bundeswehr nachgerüstet werden. Auch das Finanzministerium äußerte Ende November Bedenken. Selbst für die fast sechs Millionen Euro pro Panzer sei es nicht möglich, die „Einsatzfähigkeit voll herzustellen“. Die Umbauten würden „inhaltlich und finanziell geprüft“.
Im Verteidigungsministerium wurde die Lage anders bewertet. Die technische Reife der Pumas werde „abweichend vom Bundesrechnungshof deutlich positiver“ bewertet, teilte man den Ausschussmitgliedern mit. Diese kamen der Empfehlung nach und machten die Millionen locker.
Bereits Tage zuvor war bei einer Übung in Bergen jedoch aufgefallen, dass alle 18 eingesetzten Puma-Panzer nicht gefechtstauglich waren. Die Ausschussmitglieder erfuhren von dem Debakel durch einen Bericht im „Spiegel“.
Der Puma sollte eigentlich den fast 50 Jahre alten Marder als Schützenpanzer-Standard der Bundeswehr ersetzen. Es gibt jedoch immer wieder technische Probleme. Im Zuge der jüngsten Probleme hat das Verteidigungsministerium jedoch eine für Anfang 2023 angekündigte Lieferung für die schnelle Eingreiftruppe („Very High Readiness Joint Taskforce“) der Nato abgesagt, die die Ostflanke des Bündnisses schützen soll. Stattdessen werden dorthin nun veraltete Marder geliefert.