Tierhalter im Urlaub Touristiker planen Hundespielplatz in Greetsiel
Seit Jahren wird in Greetsiel ein Hundespielplatz gefordert. 2023 könnte er nun eröffnet werden. Derartige Angebote werden in Touristenorten immer wichtiger.
Greetsiel/Hinte/Norden - „Es gibt immer mehr Leute, die einen Hund haben und den mit nach Greetsiel bringen.“ Das sagte unserer Zeitung schon vor drei Jahren Ludger Kalkhoff, der damalige Geschäftsführer der Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel. Umso wichtiger sei es, Konflikte zwischen Gästen mit und ohne Hund zu vermeiden, machte er deutlich und nannte in diesem Zusammenhang auch einen Hundespielplatz als Idee.
Was und warum
Darum geht es: Die Krummhörner Touristik plant einen neuen Freilaufbereich für Hunde.
Vor allem interessant für: Hundehalter in Greetsiel
Deshalb berichten wir: Zwei Greetsielerinnen sprachen unsere Zeitung darauf an, dass es schon lange Pläne für einen Hundespielplatz geben soll. Wir wollten dann wissen, wie der aktuelle Stand ist. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Diese Idee soll nun umgesetzt werden. Das kündigt auf Nachfrage Kalkhoffs Nachfolger Benjamin Buserath an. „Wir sind im Rahmen des touristischen Leitbildes derzeit mit einer Projektumsetzung für einen ,Hundespielplatz‘ beschäftigt. Hier ist das Ziel, zur Saison 2023 ein entsprechendes Angebot vorhalten zu können.“ Zum Standort äußert er sich noch nicht.
Pläne in Hinte scheiterten
Während das besagte Leitbild aus dem Jahr 2016 stammt, ist die Idee für einen Hundespielplatz beziehungsweise für eine Hundefreilauffläche noch viel älter. Alfred Jacobsen, Chef der Krummhörner SPD-Fraktion und früherer Ortsvorsteher von Greetsiel, erinnert sich, wie er schon 2006 darüber gesprochen habe, als er in die Politik gekommen sei. Zunächst habe man noch darüber nachgedacht, so einen Platz in der Nähe der Wetterstation anzulegen, wogegen jedoch ein dafür notwendiges Lärmschutzgutachten gesprochen habe. Später dann sei es um eine Fläche beim alten Klärwerksgelände gegangen, aber schließlich habe man nichts mehr zu dem Vorhaben gehört, so Jacobsen.
Fritz Harders, Sprecher der Gemeinde Krummhörn, erinnert unterdessen daran, dass die Touristik GmbH auch schon den Vorstoß unternommen hatte, einen Hundeplatz in Upleward einzurichten. Einheitliche Regeln dafür, wo Freilaufflächen errichtet werden sollten, gebe es nicht. Sie böten sich überall dort an, „wo das Treiben niemanden stört“. Auch in Krummhörns Nachbargemeinde Hinte hatte es schon Pläne für eine Freilauffläche gegeben. Das sei der Wunsch der Verwaltung gewesen, der aber von der Politik abgelehnt wurde, teilt auf Nachfrage Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) mit.
Hier herrscht Leinenpflicht
Hundespielplätze erfreuen sich auch deswegen großer Beliebtheit, weil sich Tierhalter dort keine Sorgen machen müssen, auf Passanten zu stoßen, die Angst vor Hunden haben und sich beschweren. Von der Leine nehmen darf man die Vierbeiner nämlich auch andernorts und den Hinweis, wonach es direkt in Greetsiel besonders viele Bereiche mit Leinenpflicht gibt, bestätigt Harders nicht. Das sei dort nicht anders als in anderen Orten. In der freien Flur hingegen müsse man die Brut- und Setzzeiten (1. April bis 15. Juli) beachten.
Strenger sind die Regeln an den Deichen, wo das Mitführen von Hunden grundsätzlich verboten ist. Dadurch soll verhindert werden, dass Schafe gehetzt oder diese durch den Kot der Hunde krank werden. In einigen Bereichen, zum Beispiel am alten Deich in Greetsiel sowie zwischen dem Campener Leuchtturm und dem Campingplatz Upleward, gibt es Ausnahmen, wie die Deichacht Krummhörn auf ihrer Website mitteilt. Aber auch dort herrscht Leinenpflicht.
Was passiert, wenn man Hundehaltern die Freilaufflächen wegnimmt oder beschränkt, zeigte sich vor knapp drei Jahren in Norddeich. Dort sollten im Rahmen des Masterplans Wasserkante Hunde keinen unangeleinten Zugang mehr zum Wasser haben, was zu Protesten führte. Die dortige Kurverwaltung gab schließlich nach und plante um.