Haus Kunterbunt in Hinte Neuer Verein will Alt und Jung zusammenbringen
Eine Gruppe Ehrenamtlicher setzt sich in Groß-Midlum für mehr Zusammenhalt und Kontakt zwischen Jung und Alt ein. Jetzt will sie als Verein durchstarten.
Groß-Midlum - Schon immer habe die Familie eine offene Tür gehabt. Das habe schon unter ihrem inzwischen verstorbenen Vater angefangen, sagt Monika Engelbarts. Auch heute gebe es noch Tage, an denen die Kaffeemaschine nicht still stehe und viel Besuch aus dem Ort vorbeikomme. Trotzdem, so machen sie und ihre Tochter Denise Nieweg im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, ist der Zusammenhalt in Groß-Midlum irgendwie nicht mehr das, was er mal war. „Als wir 1994 herzogen, war das noch anders“, findet Monika Engelbarts. Diese Zeiten sollen nun zurückkehren – zumindest, so gut es geht.
Was und warum
Darum geht es: ein neuer Hinteraner Verein will den Zusammenhalt in Groß-Midlum stärken
Vor allem interessant für: Bewohner von kleinen Orten
Deshalb berichten wir: Jetzt zu Weihnachten drehen sich viele Artikel in unserer Zeitung um das Thema Zusammenhalt. Auch aus der Gemeinde Hinte haben wir ein Beispiel für eine Initiative gefunden, die sich für mehr Gemeinschaft vor Ort einsetzt. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Helfen soll dabei ein neuer Verein namens Haus Kunterbunt, der gerade noch auf die Bestätigung vom Amtsgericht wartet und Vorbildcharakter für andere kleine Orte hat. Schon jetzt gebe es immer donnerstags um 17 Uhr einen Kindertreff bei den Engelbarts zu Hause. Auch eine Gruppe älterer Bewohner kommt dort regelmäßig zusammen, allerdings ohne festen Termin.
Gegenseitige Hilfe
Künftig sollen die Generationen dann auch aufeinanderstoßen, miteinander reden und sich dadurch besser verstehen, denn derzeit kenne die eine Gruppe die andere nicht, finden Engelbarts und Nieweg. Denkbar sei es in Zukunft beispielsweise, dass die Erwachsenen mit den Kindern kochen oder aber die Jüngeren den Älteren bei technischen Problemen helfen, so zwei Ideen. Auch Fahrangebote für Leute ohne Führerschein soll es geben. „Es ist gerade in einem kleinen Dorf extrem wichtig, zusammenzuhalten“, weiß Denise Nieweg.
Neben Mutter und Tochter gehören dem Verein derzeit noch sieben weitere aktive und einige passive Mitglieder an. Man verstehe sich als Anlaufstelle für Personen zwischen zwei und 99 Jahren. Derzeit liege der Altersspanne der Besucher bei vier bis etwa 70 Jahren. Was dem Haus Kunterbunt noch fehlt: ein eigener Treffpunkt, denn derzeit kommen die Gruppen noch privat bei den Engelbarts zu Hause vorbei. Die Hoffnung liegt auf der Kirche, die im Januar darüber sprechen will, ob der Verein das Gemeindehaus mit nutzen kann, kündigen die beiden Frauen an. In dem Monat soll es zudem ein Gespräch mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) geben, mit dem man sich eine Kooperation in Groß-Midlum vorstellen kann.
Fahrgemeinschaften geplant
Ein regelmäßiges und abwechslungsreiches Programm ist allerdings gar nicht immer nötig, wissen Mutter und Tochter. Manchmal reiche es schon aus, einfach nur miteinander ins Gespräch zu kommen, um für mehr Gemeinschaft im Ort zu sorgen. Gerade jetzt zu Weihnachten gebe es auch in Groß-Midlum Menschen, die alleine sind und sich etwas Kontakt wünschen. Die Einsamkeit dieser Leute sei Monika Engelbarts vor allem aufgefallen, als sie noch in einem Altenheim gearbeitet habe, sagt sie. Immer mal wieder komme es daher vor, dass Leute bei der Familie vorbeikommen, um einen Kaffee zu trinken und einfach nur eine Weile miteinander zu plaudern. Jeder Besucher hab etwas anderes zu erzählen.
Schon bevor es den Verein gab, waren Engelbarts und ihre Tochter ehrenamtlich vor Ort tätig, sagen die beiden. Man sei in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, helfe beispielsweise beim Ferienpassprogramm aus. Dabei sei dann schließlich die Idee entstanden, auch ein generationenübergreifendes Angebot zu schaffen und den Verein zu gründen, der der Gruppe neue Möglichkeiten bei der Belebung der Dorfgemeinschaft eröffnet, auch finanzielle. So ist die Gemeinde gerade im Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsens und hat damit besondere finanzielle Möglichkeiten, um Engagement zu unterstützen, das dem Gemeinwohl dient.
Um auf das Haus Kunterbunt aufmerksam zu machen, wurden zuletzt bereits 800 Flyer vor Ort verteilt. Erreichen kann man den Verein per E-Mail an kunterbuntgrossmidlum@web.de, telefonisch unter 04925/4151905 oder direkt vor Ort an der Dorfstraße 2.