Nach Vorfall in Grimersum  Nach Wolfsriss fürchtet Schäfer weiter um Schafe

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 23.12.2022 13:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dicht an dicht standen die Schafe in Grimersum am Morgen nach dem mutmaßlichen Wolfsangriff. Foto: Ortgies
Dicht an dicht standen die Schafe in Grimersum am Morgen nach dem mutmaßlichen Wolfsangriff. Foto: Ortgies
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Schäfer Johann Sjuts kontrolliert jetzt mehrmals täglich seine Herden. Auch der Tierarzt hat weiter einen Blick auf die noch lebenden Schafe.

Grimersum - Auch am Freitag, einen Tag nachdem Johann Sjuts, Schäfer aus Leybuchtpolder, erfuhr, dass 25 seiner Schafe wahrscheinlich von einem Wolf in Grimersum gerissen wurden, sitzt der Schock noch tief. „Ich bin mehrmals in der Nacht zu den Herden gefahren“, so Sjuts am Freitagmorgen gegenüber dieser Zeitung. Der 58-Jährige wird das auch über die Feiertage noch so handhaben. Die Befürchtung: Der Wolf kommt wieder.

Die toten Tiere konnte der Schäfer abtransportieren, die „Spurensicherung“ durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist soweit abgeschlossen. Die endgültige Bestätigung, dass es sich um Wolfsrisse handelt, steht noch aus, die DNA-Proben müssen noch ausgewertet werden. Noch ist auch nicht sicher, ob noch weitere Tiere versterben: Zahlreiche Schafe, sowohl erwachsene Tiere als auch Lämmer, wurden durch das Raubtier verletzt oder haben einen Schock erlitten. Der Tierarzt, so Sjuts, werde auch über die Feiertage weiter nach den Tieren sehen. Denn: Die Gefahr ist noch vorhanden, dass weitere Tiere aufgrund des erlittenen Schocks verenden.

Wolfsichtung auch in Großheide?

Unter den toten Tieren sind derweil nicht nur Mutterschafe und Lämmer, auch einen Schafsbock hat es erwischt. Das Tier, das die Wolle selbst verliert und nicht geschoren werden muss, hatte sich Johann Sjuts erst jüngst neu angeschafft.

Das Niedersächsische Umweltministerium geht derweil noch nicht davon aus, dass sich ein Wolf im Bereich Krummhörn niedergelassen hat. „Es liegen dem Umweltministerium keine Daten vor, die das bestätigen könnten.“ Aus der Jägerschaft wird unterdessen berichtet, dass im Bereich Großheide in den vergangenen Tagen ein Wolf gesichtet wurde.

Das einzige bislang sicher bestätigte Wolfsrudel in der Region hat sich bei Friedeburg im Landkreis Wittmund niedergelassen. Mit Stand Dezember dieses Jahres gibt es in Niedersachsen 44 Wolfsrudel, ein Wolfspaar und vier residente Einzelwölfe.

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