Zusammenhalt wird großgeschrieben  Endlich wieder beisammen

Lars Löschen
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Von Lars Löschen
| 23.12.2022 11:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Kinder freuten sich über den Weihnachtsmann auf der diesjährigen Weihnachtsfeier in der Emder Pumpstation. Endlich wieder ein Weihnachten zusammen. Fotos: Oliver van Grieken
Die Kinder freuten sich über den Weihnachtsmann auf der diesjährigen Weihnachtsfeier in der Emder Pumpstation. Endlich wieder ein Weihnachten zusammen. Fotos: Oliver van Grieken
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Soziale Kontakte sind wichtig für die Gesundheit. Der Bürgerverein Port Arthur/Transvaal aus Emden hatte mit vielen Problemen zu kämpfen. Jetzt zeigt alles wieder in eine deutlich bessere Richtung.

Emden - Dass das Thema „Zusammenhalt“ gerade in schwierigen Zeiten von extremer Bedeutung ist, sollte fast jedem klar sein. Und trotzdem gab es in den letzten Jahren – auch wegen der Corona-Pandemie – genug Hürden, für diejenigen, die sich darum bemüht haben, die Leute zusammenzubringen. Ein Abwärtstrend war aber schon vorher zu erkennen: Im Stadtteil Port Arthur/Transvaal zum Beispiel sind die Leute „in den vergangenen 15 Jahren auseinandergedriftet“, äußert der Vorsitzende des Bürgervereins Port Arthur/Transvaal Oliver van Grieken im Gespräch mit dieser Zeitung. Zudem haben sich in diesem Jahr die Bürgervereine Barenburg und Klein Faldern aufgelöst. Trotzdem war es aber ein Jahr, in dem sich die Menschen wieder deutlich näher kamen, findet der Vorsitzende.

Was und warum

Darum geht es: Die Arbeit vom Bürgerverein Port Arthur/Transvaal und der Zusammenhalt der Menschen

Vor allem interessant für: Leute, die besonders in dieser Zeit soziale Unterstützung brauchen, und diejenigen, die sich gerne unter Menschen gesellen

Deshalb berichten wir: Wir haben uns mit dem Thema „Zusammenhalt“ beschäftigt.

Den Autor erreichen Sie unter: l.loeschen@zgo.de

Die Bewohner des Stadtteils Port Arthur/Transvaal zusammenführen, einen Austausch bieten, Tradition aufrecht erhalten und dafür Angebote entwerfen. Die Leute werden direkt im Stadtteil angesprochen und auf die Veranstaltungen eingeladen: Auf diese Weise kümmert sich der Bürgerverein Port Arthur - Transvaal um den Zusammenhalt.

2022 war ein Jahr voller Zusammenhalt

Im vergangenen Jahr hat der Verein an vielen Projekten mitgewirkt. Oliver van Grieken erinnert sich an die vielen Besucher beim Osterfeuer des FC Frisia Emden oder an den traditionellen Mai-Umzug. „Gerade den gab es in vielen Stadtteilen nicht“, sagt der Vorsitzende. Auch bei Veranstaltungen wie dem Stadtteil-Frühstück oder dem Seniorennachmittag, welcher regelmäßig stattfindet, konnte man 2022 einen deutlichen Zuwachs sehen: „In diesem Jahr hatten wir doppelt so viele Senioren wie in und vor der Corona-Zeit.“ Im September konnte dazu nach 18 Jahren Pause wieder das Stadtteilfest stattfinden. Die großen Abstände mit Blick auf die Lockdowns konnten also nicht nur sinnbildlich verringert werden.

Mehrere Generationen beisammen: Beim Stadtteilfrühstück im September diesen Jahres konnten sich die Bewohner des Stadtteils Port Arthur/Transvaal nicht nur den Bauch voll schlagen, sondern auch dabei gemütlich mit den Nachbarn plaudern.
Mehrere Generationen beisammen: Beim Stadtteilfrühstück im September diesen Jahres konnten sich die Bewohner des Stadtteils Port Arthur/Transvaal nicht nur den Bauch voll schlagen, sondern auch dabei gemütlich mit den Nachbarn plaudern.

Nicht nur alt, sondern auch jung konnte stärker wieder zusammengeführt werden. Der Kindertreff und die Krabbelgruppen haben sich großer Beliebtheit erfreut. Und das obwohl es vor einiger Zeit noch gar keine Krabbelgruppen gab. „Inzwischen stehen wir schon bei zwei“, sagt van Grieken. Für Geflüchtete konnte man ein sogenanntes Sprachcafé einrichten, in welchem Deutsch unterrichtet wird. Der Vorsitzende ist besonders stolz auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die diese ganzen Projekte erst möglich machen. „Es ist wichtig, dass man mit Herzblut dran ist.“ Und weiter: „Die Veranstaltungen sind von Menschen für Menschen und das unentgeltlich.“ Weitere Informationen zu den Gruppen finden sich auf der Webseite des Vereins unter www.buergerverein-emden.de .

„Es profitiert der ganze Stadtteil“

Die „sozialen Brennpunkte“ befinden sich in den bevölkerungsstärksten Stadtteilen. Diese sind neben dem Emder Stadtkern Borssum, Barenburg und Port Arthur/Transvaal, erklärt Oliver van Grieken. In diesen Vierteln befinden sich relativ viele Mehrfamilienhäuser. Die großen Einwohnerzahlen bedeuteten aber längst nicht, dass der Zusammenhalt hier besser gelingt. Ganz im Gegenteil: „Man kennt meist seine eigenen Nachbarn überhaupt nicht mehr.“

Das sei vor allem schade mit Blick auf die Geschichte von Port Arthur/Transvaal. Der Vorsitzende: „Es ist ein Arbeiterviertel, welches schon 122 Jahre alt ist. Hier gab es früher ein großes familiäres Verhältnis unter den Einwohnern.“ Daher sei die Arbeit des Bürgervereins auch wichtig. Und „es profitiert der ganze Stadtteil“. Alle werden von den Aktionen angesprochen und finden zusammen. „Das sorgt nicht nur für ein gutes Image, sondern erhöht auch die Wohnqualität“, sagt van Grieken.

Für die Zukunft freut er sich auf die Weihnachtsfeier am 28. Dezember in der Pumpstation in Emden. In Zusammenarbeit mit dem Verein Internationales Emden werden Geschenke an geflüchtete ukrainische Kinder verteilt. Ansonsten wird in der Pumpstation in diesem Jahr die Silvester-Party am 31. Dezember ab 19 Uhr stattfinden, zu der jeder eingeladen ist. Der Eintritt kostet 15 Euro. Van Grieken verspricht einen DJ und eine Feier mit Open End.

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