Projekt war schon auf Eis gelegt  Leeraner Ledastraße wird doch noch umgebaut

Katja Mielcarek
|
Von Katja Mielcarek
| 22.12.2022 18:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Wasserrinne wird weiter sichtbar, aber keine Stolperfalle sein. Foto: Mielcarek/Archiv
Die Wasserrinne wird weiter sichtbar, aber keine Stolperfalle sein. Foto: Mielcarek/Archiv
Artikel teilen:

Die Ledastraße sollte aufwendig aufgewertet werden. Trotz hoher Förderung war man in Leer aber zu dem Schluss gekommen, sich das nicht leisten zu können. Jetzt gibt es eine ganz einfache Lösung.

Leer - Jetzt also doch: Die Ledastraße wird im kommenden Jahr zu einer Multifunktionalfläche umgebaut, die zum Verweilen einladen soll und auf der auch Veranstaltungen stattfinden können. Das teilte Bürgermeister Claus-Peter Horst nun aus der Sitzung des nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschusses mit. Die Pläne dafür waren vor knapp zwei Wochen von der Politik – wenn auch mit einigen Bauchschmerzen – eigentlich schon auf Eis gelegt worden.

Grund waren die gestiegenen Kosten. Die hatten dazu geführt, dass die Stadt trotz rund 800.000 Euro Fördergeld etwa noch einmal so viel hätte selber zahlen müssen. Zu viel, hieß es aus der Politik, mehr als 200.000 Euro seien in der aktuell angespannten Finanzlage der Stadt nicht drin. Deshalb entschied man sich, das schon bewilligte Fördergeld zurückzugeben und auf den Umbau der Ledastraße zu verzichten.

Denkbar einfache Lösung

„Wir wollten aber nicht aufgeben“, sagte Horst der Redaktion. 800.000 Euro Fördergeld zurückzugeben, sei in der aktuellen Situation besonders schmerzhaft. Außerdem habe man die Bürger im Vorfeld an den Planungen beteiligt, die nun auch eine Umsetzung erwarteten. Und die Belebung der Innenstadt sei nach drei Jahren Corona-Pandemie und in der jetzigen Energiekrise enorm wichtig.

Der Umbau beginnt erst hinter dem Restaurant Schöne Aussichten. Foto: Kierstein/Archiv
Der Umbau beginnt erst hinter dem Restaurant Schöne Aussichten. Foto: Kierstein/Archiv

Tatsächlich habe man noch eine Möglichkeit gefunden, die die Stadt nur 200.000 Euro Eigenanteil kostet, für die die ganze Fördersumme in Anspruch genommen werden könne und bei der keine Abstriche bei der geplanten hochwertigen Ausstattung gemacht werden müssten: „Wir werden die Maßnahme in zwei Bauabschnitte teilen.“ Im kommenden Jahr werde bis August nur der Abschnitt vom Hotel Hafenspeicher bis zum Restaurant Schöne Aussichten in Angriff genommen. Der nächste Abschnitt bis zur Mühlenstraße folge irgendwann später. Ein solches Vorgehen sei vom Land Niedersachsen ausdrücklich empfohlen worden.

Freude bei der Politik

Der Verwaltungsausschuss habe die neuen Pläne einstimmig befürwortet. Das bestätigen Bruno Schachner, Fraktionschef der Grünen, und Ulf-Fabian Heinrichsdorff, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Wir begrüßen es sehr, dass die Verwaltung eine Möglichkeit gefunden hat, den Umbau der Ledastraße zu einem großen Teil umzusetzen“, so Heinrichsdorff. Bei der Sanierung der Mühlenstraße habe man den Kaufleuten versprochen, auch die Ledastraße anzugehen. Deshalb sei es gut, dass man dieses Versprechen nun einlöse. „Allerdings muss gewährleistet sein, dass es tatsächlich bei einem Eigenanteil der Stadt von 200.000 Euro bleibt und nicht nach und nach immer neue Kosten dazukommen.“

„Es ist gut, dass die Verwaltung das hingekriegt hat, dass wir die volle Fördersumme in Anspruch nehmen können, ohne dass an der Ausstattung Abstriche gemacht werden müssen“, sagt Heinz Dieter Schmidt, Vorsitzender der Gruppe SPD/Linke. Wann und ob überhaupt der zweite Abschnitt in Angriff genommen werde, müsse man sehen.

Platz für Feste und Märkte

Was soll in der Ledastraße geschehen? Der Bereich zwischen dem Restaurant Schöne Aussichten und der Touristinfo soll unter anderem durch eine farbig abgesetzte Pflasterung einen Platz-Charakter bekommen. Die Wasserrinne, die vom Denkmalsplatz zum Hafen führt, soll weiter sichtbar sein, aber unter Glasbausteinen verschwinden, so dass sie keine Stolperfalle mehr ist. Die Fahrbahn von diesem Platz bis zum Hotel Hafenspeicher bekommt durchgehend das Pflaster, das schon heute vor dem Hotel liegt. Sitzbänke, Liegeinseln, Rundbeete und mobile Pflanzkübel mit Bäumen sollen dafür sorgen, dass man sich gerne in der Ledastraße aufhält.

Beinahe alle Ausstattungselemente, dazu gehören auch Fahrradbügel, bleiben mobil, können also abgebaut oder verschoben werden. Damit hat man genügend Flexibilität, um Platz für Veranstaltungen und Märkte zu schaffen. Absenkbare Poller helfen, um für solche Gelegenheiten den Verkehr auszusperren. Grundsätzlich aber soll die Straße offen für den Durchgangsverkehr bleiben.

Einen weiteren Vorteil habe es, dass der zweite Bauabschnitt nach hinten verschoben werde, betonte Horst. Sowohl bei der OLB als auch beim Restaurant Schöne Aussichten stünden größere Baumaßnahmen an. Die Baufahrzeuge dafür könnten nun weiterhin aus Richtung Ostersteg über die Ledastraße die Baustellen anfahren, ohne den sanierten Bereich zu belasten. „Wir freuen uns riesig über die Lösung“, so der Bürgermeister.

Ähnliche Artikel