Tourismus  Statistiker zählen weniger Gäste für Küste und Inseln

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 21.12.2022 18:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Spaziergänger am Strand der Insel Norderney. Im Oktober ist die Zahl der Gäste auf den Ostfriesischen Inseln zurückgegangen. Foto: Bartels/dpa
Spaziergänger am Strand der Insel Norderney. Im Oktober ist die Zahl der Gäste auf den Ostfriesischen Inseln zurückgegangen. Foto: Bartels/dpa
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Im Oktober sind die Gästezahlen in den ostfriesischen Tourismusregionen gesunken. Manche Urlauber zieht es wohl wieder mehr in die Ferne, andere müssen sparen.

Hannover/Ostfriesland - Einen Zuwachs bei den Gästezahlen hat das Landesamt für Statistik in Hannover im Monat Oktober in den niedersächsischen Tourismusregionen registriert. Rückgänge bis in den zweistelligen Bereich hinein gab es aber im Vorjahresvergleich bei den Ostfriesischen Inseln (minus 12,6 Prozent), der Nordseeküste (minus 14,4 Prozent) und in Ostfriesland (minus 9,2 Prozent), während Regionen wie Hannover-Hildesheim oder das Braunschweiger Land zulegen konnten. Insgesamt haben 1,3 Millionen Menschen Niedersachsen geschäftlich oder als Urlauber besucht – ein Plus von 1,1 Prozent.

Wiebke Eilts, Referentin für Tourismus, Handel und Dienstleistungen bei der Industrie und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg, sieht in den Zahlen der Statistiker kein Alarmsignal. „Die letzten beiden Jahre sind als Folge der Corona-Pandemie bombastisch gut für den Inlandstourismus gelaufen. Da haben viele Menschen ihren Urlaub im eigenen Land verbracht. Die Auslastungszahlen waren in Ostfriesland außerordentlich gut“, blickt sie zurück. „Nachdem die Masken in diesem Jahr weitgehend gefallen und die Freiheiten gewachsen sind, haben viele Menschen wieder Lust auf Fernreisen bekommen.“

Der Ausblick ist „schwierig“

Den Rückgang der Gästezahlen führt Wiebke Leverenz, Sprecherin der Ostfriesland Tourismus GmbH, auch auf die wirtschaftliche Lage der Menschen, bedingt durch die Unsicherheiten infolge des Ukraine-Krieges und der explodierenden Preise zurück. „Die Ferienzeit im Sommer ist der Haupturlaub der Menschen. Den lassen sich unsere Gäste nicht so schnell nehmen. Im Oktober ist es dann eher der Zweit- oder Dritturlaub des Jahres, da wird dann in der aktuellen Lage mit Blick auf den nahenden Winter auch mal verzichtet“, sagt Wiebke Leverenz. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist sie dennoch zufrieden. „Insgesamt war der Zuspruch der Urlaubsgäste in Ordnung“, betont Leverenz.

Wenig überraschend weisen die Statistiker für die ersten zehn Monate des Jahres in der Region deutliche Zuwächse bei den Gästezahlen aus. Zuwächse, die von IHK-Referentin Eilts relativiert werden. „Von November 2020 bis Mitte Mai 2021 hatten wir den Lockdown. Da ging im Tourismus gar nichts. Das ließ sich in den restlichen Monaten nicht aufholen.“

Und der Ausblick? „Schwierig“, sagt Leverenz. „Mit Weihnachten sind wir noch nicht glücklich. Da könnten die Buchungen besser sein.“ Bei den der IHK angeschlossenen Betrieben sei die Stimmung eher düster, so Eilts.

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