Lage bei Twitter  Musks Arroganz ist unerhört

Mark Otten
|
Ein Kommentar von Mark Otten
| 18.12.2022 18:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Twitter-Chef Elon Musk hat nach internationaler Kritik mehrere gesperrte Accounts von US-Journalisten wieder freigeschaltet - allerdings nicht alle. Foto: Chiu/AP/DPA
Twitter-Chef Elon Musk hat nach internationaler Kritik mehrere gesperrte Accounts von US-Journalisten wieder freigeschaltet - allerdings nicht alle. Foto: Chiu/AP/DPA
Artikel teilen:

Twitter-Chef Elon Musk hat nach internationaler Kritik mehrere gesperrte Accounts von US-Journalisten wieder freigeschaltet. Allerdings nicht alle.

Twitter-Chef Elon Musk hat augenscheinlich Gefallen gefunden an der Rolle als globale Nervensäge. Hauptsache Aufmerksamkeit, lautet wohl sein Motto. Das gab es in ähnlicher Form schon von Ex-US-Präsident Donald Trump – der mit vergleichbarer Taktik und Geltungssucht letztlich aber komplett gescheitert ist.

Zur Wahrheit gehört: Die Presse sollte die Fehler aus der Trump-Zeit nicht wiederholen und darauf verzichten, über jede noch so alberne Musk-Zuckung zu berichten. Die Sperrung der Twitter-Zugänge mehrerer US-Journalisten hat jedoch vollkommen zu Recht für internationale Empörung gesorgt. Und selbst wenn die Sperren inzwischen größtenteils wieder aufgehoben wurden: So ein Eingriff in die Pressefreiheit ist extrem problematisch.

Außerdem steht die Aktion symbolisch für Musks Doppelmoral. Denn angeblich sah der Multimilliardär in den Tweets der Reporter eine Gefahr für sein Leben. Dabei hat Elon Musk selbst mehrfach ehemalige Twitter-Angestellte öffentlich an den Pranger gestellt. In der Folge mussten einige Betroffene sogar untertauchen, weil ihnen so mancher radikale Spinner mit Mord gedroht hatten. Das scheint den König von Twitter aber nicht zu interessieren. Diese Arroganz ist nur schwer zu ertragen.

Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

Ähnliche Artikel