Osnabrück  Taylor Swift, die Abräumerin des Jahres

Ralf Doering
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Von Ralf Doering
| 14.12.2022 14:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Abräumerin des Jahres: Taylor Swift mit den American Music Awards, die sie 2022 gewonnen hat. Foto: dap/Jordan Strauss
Abräumerin des Jahres: Taylor Swift mit den American Music Awards, die sie 2022 gewonnen hat. Foto: dap/Jordan Strauss
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Sie definiert die Bestmarken im Musikgeschäft: Taylor Swift. Dieses Jahr knackte sie einige Rekorde, und weil sie so erfolgreich ist, hat sie Spotify und ihren Tickethändler lahmgelegt.

Jetzt plant Taylor Swift also ihren ersten Film. Regie führt sie selbst, nach ihrem eigenen Drehbuch, so viel hat sie verlauten lassen. Das Filmstudio Searchlight Pictures ist keine ganz große, aber eine sehr feine Adresse, hat mit „Nomadland“ den Oscar für den besten Film, den Goldenen Bären in Venedig und den Golden Globe für den besten Film gewonnen. Darf man jetzt schon den Erfolg für den ersten Taylor-Swift-Film prophezeien?

Grundsätzlich wird zu Gold, was die 33-Jährige anfasst. Ja, Taylor Swifts Karriere spielt sich auf der Überholspur ab, und manchmal überholt sie sich dabei selbst. Beim Verkaufsstart für ihre „Eras Tour“ im im November war der Run so groß, dass die Server des Onlineportals Ticketmaster zusammenbrachen. Fans mussten stundenlang warten und gingen am Ende doch leer aus, auf Wiederverkaufsportalen wurde ein Konzertticket für sagenhafte 22.700 Dollar angeboten.

Taylor Swift hat in diesem Jahr aber auch abgeräumt: vier Preise bei den Billboard Music Awards, vier Auszeichnungen bei den MTV Europe Music Awards. Gut, 2013 und 2015 gewann sie jeweils acht Billboard-Awards, dafür hat sie dieses Jahr einige Rekorde gebrochen und Standards neu definiert. In sechs Kategorien war sie für die American Music Awards nominiert und hat alle sechs Preise mit nach Hause genommen. In der Gesamtrechnung kommt sie auf 40 Awards, 14 mehr als Michael Jackson.

Den beeindruckendsten Erfolg bescherte ihr aber ihr neues Album “Midnights”. Als es am 21. Oktober herauskam, wurde es bei Spotify 185 Millionen Mal gehört, zusammen mit ihren anderen Alben wurde sie an dem Tag 228 Millionen Mal gestreamt, so dass das Portal vorübergehend in die Knie ging. Vor allem aber belegte sie mit dem neuen Album gleich die ersten zehn Plätze der Billboard-Charts – das hat noch kein Künstler vor ihr geschafft.

Jetzt also Kino. Regie geführt hat Taylor Swift bereits bei einigen ihrer Musikclips. ”All Too Well” hat sie sogar zum knapp viertelstündigen Kurzfilm ausgearbeitet, und dafür hagelte es selbstverständlich wiederum Preise: Drei MTV-Awards hat sie dafür in den USA erhalten und zwei in Europa. Bleibt nur zu hoffen, dass sie das anspornt, mit ihrer „Eras Tour“ auch nach Europa zu kommen. Bisher stehen nämlich nur Termine in den USA fest. Wer sich das Warten verkürzen will, kann ja mal in ihr Tiny Desk Konzert bei der freien US-Rundfunkstation NPR klicken. Da spielt sie nämlich Songs so, wie sie sie geschrieben hat: Stimme und Gitarre, Stimme und Klavier. Ohne technischen Glitzerumhang, sondern pur und unverfälscht zeigt Taylor Swift, was sie kann: ziemlich viel.

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