In sozial geforderten Stadtteilen  Zwei Erzieherinnen unterstützen Emder Eltern nun besonders

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 14.12.2022 16:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Damit es in Familien, die sich besonderen Herausforderungen gegenüber sehen, besser klappt und die Kinder gut auf die Schule vorbereitet sind, hilft ein neues Projekt in Emden. Symbolfoto: Pixabay
Damit es in Familien, die sich besonderen Herausforderungen gegenüber sehen, besser klappt und die Kinder gut auf die Schule vorbereitet sind, hilft ein neues Projekt in Emden. Symbolfoto: Pixabay
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Insbesondere in drei Emder Stadtteilen gibt es große soziale Herausforderungen. Zwei Erzieherinnen helfen in Transvaal und Barenburg Eltern, den Familienalltag zu meistern. Der Bedarf ist groß.

Emden - Schon bevor einige Kinder in die Schule gehen, stehen bei ihnen die Chancen schlecht für einen guten Bildungsweg. Der Grund: Sie kommen aus einem Haushalt, der bildungsfern und/oder sozialschwach ist. Auch viele Kinder, deren Familien nach Deutschland geflohen oder immigriert sind, haben oft einen holprigeren Einstieg. „Wir wollen die Kinder so begleiten, dass sie einen gleichberechtigten Schulstart hinlegen können“, sagt Christoph Schwengels von der Evangelischen Familien-Bildungsstätte (Fabi) in Emden bei einem Pressegespräch. Und die Begleitung fängt bei den Eltern an.

Christoph Schwengels (von links), Daniela von Fehren, Doris Linkert und Renate Bonn-Sommer stellten das Projekt "Elternchancen" in der Fabi vor. Foto: Hanssen
Christoph Schwengels (von links), Daniela von Fehren, Doris Linkert und Renate Bonn-Sommer stellten das Projekt "Elternchancen" in der Fabi vor. Foto: Hanssen

Für das vom Bund geförderten Projekt „Elternchancen“ wurde Emden in diesem Jahr ausgewählt, weil die Stadt drei Ortsteile habe, in denen es einige soziale Herausforderungen gebe, so Schwengels. In Port Arthur/Transvaal, Barenburg und Borssum leben insbesondere viele Kinder - und das oft in sozialschwachen Verhältnissen. Die Fabi konnte mit einem Konzept überzeugen, das die Bildungsstätte in Kooperation mit der Stadt seit dem Sommer durchführt. In Niedersachsen gibt es nur vier andere Städte, die sich für das Projekt beworben haben und die Förderung bekommen, so Schwengels. In Deutschland sind es 67 Standorte. Emden muss knapp zehn Prozent der Kosten, also etwa 10.000 Euro jährlich, zahlen, so Renate Bonn-Sommer vom Fachdienst Kinder und Familien.

Erzieherinnen: Der Bedarf ist groß

In Emden wirken die Erzieherinnen Doris Linkert von der Kita Schwabenstraße aus Port Arthur/Transvaal und Daniela von Fehren von der Kita Paulus aus Barenburg als Elternbegleiterinnen. Die Funktion hatten beide vorher zwar auch schon, allerdings passierte die Begleitung nebenbei zum Kita-Alltag. Jetzt stehen ihnen dafür jeweils 19,5 Stunden im Monat zur Verfügung. Bislang wirken sie nur in ihren jeweiligen Kitas, im kommenden Jahr sollen die Stadtteile aber noch mehr angesprochen werden. Der Bedarf schon in den Kitas sei sehr groß, sagt Doris Linkert. Das Angebot reicht von Elterncafés, in denen sich die Mütter und Väter austauschen können, über Einzelgespräche zur Geld-Management und Erziehung, bis hin zu Ämterbegleitung und Empfehlung von passenden Hilfsstellen.

„Wir verstehen uns als Bindeglied“, sagt Daniela von Fehren. Die Eltern seien ohnehin fast jeden Tag in der Kita, um ihre Kinder zu bringen und zu holen. Da sei die Hemmschwelle, die Erzieherinnen um Hilfe zu bitten geringer, als beispielsweise direkt zu einer Beratungsstelle in der Stadt zu gehen. „In der Kita konnte schon Vertrauen aufgebaut und Beziehungsarbeit geleistet werden“, sagt auch Renate Bonn-Sommer. Dort könne man die Eltern erreichen, die sonst eher keine institutionellen Angebote in Anspruch nehmen, so Schwengels. Doris Linkert bringt noch eine besondere Fertigkeit mit: Sie spricht Arabisch. Das vermittle im Dialog mit arabisch sprechenden Menschen schnell ein Sicherheitsgefühl und mehr Vertrauen, konnte sie beobachten. Für Borssum soll noch geschaut werden, wie auch dort eine Fachkraft eingesetzt werden kann, sagte Schwengels.

Insgesamt will man keine Konkurrenz für andere Beratungs- und Hilfsangebote der Stadt sein, sondern eine gute Ergänzung, betont Doris Linkert. Es gibt beispielsweise die Erziehungsberatung der Stadt, die Villa am Ring und die Netzwerkkoordination Frühe Hilfen.

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