Wohnen oder Touristen  Politik nimmt Greetsiel in Angriff – schrittweise

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 13.12.2022 12:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Darf baulich in den kommenden mindestens zwei Jahren nicht sonderlich verändert werden: das Gebiet Boomstroat sowie weitere zwei Straßen in Greetsiel. Foto: Wagenaar/Archiv
Darf baulich in den kommenden mindestens zwei Jahren nicht sonderlich verändert werden: das Gebiet Boomstroat sowie weitere zwei Straßen in Greetsiel. Foto: Wagenaar/Archiv
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Überraschende Mehrheit: Weitere Teile von Greetsiel sollen mit einem neuen Bebauungsplan vor überbordender Ferienbebauung geschützt werden.

Greetsiel/Krummhörn - Ganz zu Anfang der letzten Ratssitzung in diesem Jahr, versuchte die SPD noch, das Ruder rumzureißen: Gleich zu Beginn beantragte Alfred Jacobsen, den FBL-Antrag zu einer weiteren Veränderungssperre und einer Änderung der Bebauungspläne in einem weiteren Teil von Greetsiel von der Tagesordnung zu nehmen. Vergeblich – und während der Sitzung gab es dann noch eine Überraschung.

Was und warum

Darum geht es: Ein weiteres Gebiet in Greetsiel wird mit einer Veränderungssperre belegt.

Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für Häuser in Greetsiel interessen, dort leben oder dort Urlaub machen.

Deshalb berichten wir: In der letzten Ratssitzung des Jahres in der Krummhörn gab es eine überraschende Mehrheit.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Denn: Entgegen der vorangegangenen Ausschusssitzung, auf der die FBL den Antrag zur Änderung/Neufassung der Bauleitplanung sowie Erlass einer Veränderungssperre in Greetsiel für die Straßen „Pilsumer Weg„, „Pferdekoppel“ und „Boomstroat„ erstmals vorbrachte, gab es auf der Ratssitzung plötzlich eine Mehrheit für den Antrag.

SPD stimmt gegen Antrag

Das zeichnete sich beim Tagesordnungspunkt schnell ab. Die SPD blieb eisern und stimmte gegen den Antrag. Vergeblich, der Rat beschloss den Antrag.

Damit ist nach dem Bereich Edzard-Cirksena-Straße und Klaus-Störtebeker-Weg das zweite Gebiet in Greetsiel mit einer Veränderungssperre belegt. Das erklärte Ziel der FBL, das wurde schon in der Diskussion um die erste Veränderungssperre deutlich: Alle Bebauungspläne für Greetsiel sollen unter die Lupe genommen und angepasst werden. Und für Bereiche, die noch keinen Bebauungsplan haben, soll einer erstellt werden. Dies soll geschehen, um dem proklamierten Wildwuchs von Ferienwohnungen Herr zu werden. Damit die Bearbeitung beziehungsweise Erstellung von Bebauungspläne in Ruhe erfolgen kann, werden die Veränderungssperren gleich mit beschlossen.

Fahrplan für Änderung noch unbekannt

Mit dem Erlass einer Veränderungssperre kann die Gemeinde während des Zeitraums der Aufstellung eines Bebauungsplans die Errichtung von baulichen Anlagen, die den Vorgaben des künftigen Bebauungsplans entgegenstehen würden, verhindern.

Wie die künftigen Bebauungspläne aussehen werden, ist dabei noch offen. Auch ist noch offen, wann und wie die nun beschlossenen Bebauungspläne überhaupt in Angriff genommen werden können. Veränderungssperren gelten in der Regel für zwei Jahre, aber die Verwaltung merkte in den vergangenen Monaten schon häufiger an, dass der zuständige Fachbereich schon jetzt überlastet sei. Dazu, wie lange es im Schnitt dauert, bis ein neuer Bebauungsplan erstellt ist, will die Verwaltung keine Aussage treffen. Das hänge von zu vielen Faktoren ab, heißt es auf Nachfrage.

SPD kritisiert Vorgehen

Dass es für den FBL-Antrag eine Mehrheit gab, kam am Montagabend im Rat relativ überraschend. Vor allem auch für die SPD. „Wir sind nicht dagegen, dass etwas passiert“, betonte Fraktionschef Alfred Jacobsen, selbst Greetsieler, sowohl auf der Sitzung als auch auf Nachfrage am nächsten Tag. Man sei nur nicht mit dem Weg einverstanden.

Die SPD habe mehrfach den Wunsch an die Verwaltung herangetragen, dass diese sich juristisch durch den Städte- und Gemeindebund beraten lässt, ob das Vorgehen so richtig und auch alternativlos sei. „Das ist in den vergangenen neun Monaten nicht passiert“, monierte Jacobsen. Im März fiel der Entschluss für die erste Veränderungssperre. Verwaltung, und Teile des Rates, sind sich hingegen sicher, dass der beschrittene Weg der einzig mögliche ist.

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