Weihnachtsstimmung im Kreis Leer  Lichterketten lassen Häuser weihnachtlich erstrahlen

Tatjana Gettkowski
|
Von Tatjana Gettkowski
| 11.12.2022 17:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Haus der Familie Würdemann wird seit mehr als zehn Jahren zur Weihnachtszeit beleuchtet. Foto: Ortgies.
Das Haus der Familie Würdemann wird seit mehr als zehn Jahren zur Weihnachtszeit beleuchtet. Foto: Ortgies.
Artikel teilen:

Trotz hoher Energiekosten sind im Kreis Leer viele Häuser weihnachtlich beleuchtet. Einige sogar recht üppig. Einige Hausbesitzer bedienen sich kleiner, aber effektiver Maßnahmen zum Stromsparen.

Landkreis Leer - „Am Weihnachtsbaume, die Lichter brennen“, heißt es in einem Weihnachtslied. Doch in der besinnlichen Adventszeit leuchten schon lange nicht mehr nur die Kerzen an der heimischen Tanne: Lichterketten sei Dank leuchten mittlerweile ganze Häuserdächer in frohen Farben. Was in den Vereinigten Staaten von Amerika ganz normal ist, kommt vereinzelt auch in Ostfriesland vor. Und wer glaubt, dass die Energiekrise, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine für weniger Weihnachtsbeleuchtung sorgt, irrt.

Eigentlich machen es nämlich die Besitzerinnen und Besitzer dieser bunten Häuser nicht anders, als die Kommunen im Kreis: Die Lämpchen draußen dürfen nicht mehr so lange leuchten und die meisten Lichterketten sind auf LED-Leuchtmittel umgestellt. Diese sparen bis zu 95 Prozent an Strom, im Vergleich zu alten Leuchtmitteln. Eine herkömmliche Lichterkette verbraucht etwa 32 Kilowattstunden Strom, während eine LED nur etwa zwei Kilowattstunden benötigt. So gibt es im Dezember keine bösen Überraschungen auf der Stromrechnung.

Hell erleuchtet ist das Haus der Familie Relotius an der Steinhausstraße in Bunderhee. Foto: Ortgies
Hell erleuchtet ist das Haus der Familie Relotius an der Steinhausstraße in Bunderhee. Foto: Ortgies

Lichterglanz in Bunderhee

Hell erleuchtet ist das Haus der Familie Relotius an der Steinhausstraße in Bunderhee – trotz Energiekrise. „Wir nutzen aber schon länger ausschließlich LED-Leuchten“, sagt Markus Relotius. Nach seinen Worten habe er das Haus insgesamt mit Lichtschläuchen mit einer Gesamtlänge von 2,5 Kilometern dekoriert. Geholfen hat ihm diesmal sein Sohn Niklas. Die Reaktionen seien durchweg positiv. Nicht nur die Kinder würden sich über die Beleuchtung freuen. „Neulich hat hier sogar ein Reisebus angehalten, aus dem die Leute ausgestiegen sind, um zu gucken“, erzählt der Landwirt. Per Zeitschaltuhr gehen die Lichter automatisch an.

Damian (3) und seine Mutter Patrizia Letas aus Weener freuen sich, wenn die fröhliche Dekoration rund um das Haus auch bei anderen für weihnachtliche Stimmung sorgt. Foto: Gettkowski
Damian (3) und seine Mutter Patrizia Letas aus Weener freuen sich, wenn die fröhliche Dekoration rund um das Haus auch bei anderen für weihnachtliche Stimmung sorgt. Foto: Gettkowski

Eine Weihnachtsfreude nicht nur für Kinder

Der Weihnachtsmann, ein Schlitten mit Rentieren und Geschenken, Weihnachtssterne und blinkende Lichterketten zieren in der Dunkelheit das „Weihnachtshaus“ an der Pannenborgstraße in Weener. „Wir haben das Haus auch wegen unserer drei Kinder geschmückt“, erzählt Patrizia Letas. Ein ganzes Wochenende hätten sie, ihr Mann Nico und ihre Schwiegereltern gebraucht, bis alles perfekt in Szene gesetzt war.

Weihnachtsbäume, Lichterketten und bunte Figuren machen das Haus an der Pannenborgstraße in Weener zu einem Hingucker. Foto: Gettkowski
Weihnachtsbäume, Lichterketten und bunte Figuren machen das Haus an der Pannenborgstraße in Weener zu einem Hingucker. Foto: Gettkowski

Nicht nur den eigenen Kindern, sondern auch denjenigen, die auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten am Haus vorbeikommen, will die Familie eine Freude machen. „Die Kinder haben in der Corona-Zeit so viel verpasst.“

Auch nach dem Umzug: Die Figuren der Familie Jürgens stehen. Foto: Ortgies.
Auch nach dem Umzug: Die Figuren der Familie Jürgens stehen. Foto: Ortgies.

Beleuchtung ist mit umgezogen

Ist man in den vergangenen Jahren durch den Verbindungsweg gefahren, stach das Haus der Jürgens‘ in der Weihnachtszeit mit den beleuchteten Figuren besonders heraus. Dass Hannelore und Lenhard Jürgens nun in der Brentanostraße in Leer wohnen, tut dem keinen Abbruch. Auch in diesem Jahr erstrahlt die neue Wohnstätte. „Wir machen das für unsere schwerbehinderte Tochter und für unsere Enkelkinder“, sagt Hannelore Jürgens. Die Enkel halfen Oma Hannelore und Opa Lenhard auch tatkräftig beim Aufbau. Im Zuge der Energiekrise habe man auf LED-Leuchten gesetzt und beleuchte nur von 17 bis 21 Uhr.

Direkt am Kanal leuchtet das Haus der Famile Letas. Foto: Stromann
Direkt am Kanal leuchtet das Haus der Famile Letas. Foto: Stromann

Seit 17 Jahren das hellste Haus

Wer die 2. Südwieke in Rhauderfehn in vorweihnachtlicher Dunkelheit entlangfährt, kann das Haus der Familie Letas nicht übersehen. Dutzende Lichterketten lassen das Gebäude in der Adventszeit erstrahlen. Eine Woche nimmt sich Mathias Letas dafür Zeit – seit 17 Jahren. „Damals haben wir klein angefangen.“ Doch mit jedem Jahr wuchs der Weihnachtszauber am Kanal. Nicht nur Lichter, sondern auch selbstgebaute Figuren machen das Haus besonders. „In diesem Jahr haben wir nur 25 Lichterketten“, sagt Letas. Sonst seien es immer mindestens doppelt so viele. „Aber das fällt eigentlich niemandem auf.“

Ein Hingucker schon aus der Ferne

Dächer, Fenster, Türen sind dekoriert: Sogar von der B 436 in Coldam aus ist die strahlende Silhouette des Hauses von Dennis Busemann in Bingumgaste in der Dunkelheit zu erkennen. Das liegt am leicht erhöhten Standort des Hauses. Viele Schaulustige fahren ganz gezielt in das kleine Warfendorf, um dort den weihnachtlichen Lichterglanz zu bestaunen. 2003 hat Busemann damit begonnen, Haus und Garten zu mit Lichtschläuchen zu dekorieren. Jedes Jahr kommt etwas mehr dazu. Mittlerweile haben die Lichterketten eine Gesamtlänge von 700 Metern.

Bei der Familie Würdemann hat sich auch ein Abbild der Heiligen Familie eingefunden. Foto: Ortgies
Bei der Familie Würdemann hat sich auch ein Abbild der Heiligen Familie eingefunden. Foto: Ortgies

Freiwillige halfen traditionell beim Aufbau mit

Christel und Martin Würdemann aus Logabirum haben sich auch dieses Jahr trotz Energiekrise wieder dazu entschieden, ihr Haus zu schmücken und vor allen Dingen, bunt zu beleuchten. „Es kamen vor dem Aufbau schon Kinder bei uns vorbei, die gefragt haben, ob es dieses Jahr wieder die Beleuchtung geben wird.“ Mit LED-Lampen und reduzierter Leuchtzeit ginge das, sagt Martin Würdemann. „Seit zehn Jahren machen wir das nun. Wir haben uns angepasst – das geht.“

Ähnliche Artikel