Hamburg  Zur Kündigung gedrängt: So ekeln Chefs heimlich ihre Mitarbeiter raus

Julia Falkenbach
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Von Julia Falkenbach
| 09.12.2022 08:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Alles und jeder ist Deinem Chef wichtiger als Du – auch so kann „Quiet Firing“ aussehen. Foto: Imago images/agefotostock
Alles und jeder ist Deinem Chef wichtiger als Du – auch so kann „Quiet Firing“ aussehen. Foto: Imago images/agefotostock
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Wenn Dir Dein Chef das Gefühl gibt, nutzlos zu sein, nicht ans Telefon geht, wenn Du anrufst, und Dich aus Meetings auslädt, dann ist das „Quiet Firing“. Wie Du Dich wehrst – und ob Du das überhaupt solltest.

In diesem Artikel erfährst Du:

Die ach so faule Gen Z, die keine Lust auf Arbeit hat und für die das Feierabendbier wichtiger ist als die getane Arbeit: Unter dem Begriff „Quiet Quitting“ shamen Boomer jüngere Kollegen, die Dienst nach Vorschrift machen und ihr Privatleben nicht dem Job unterordnen wollen. Jetzt scheint die Zeit der „Rache“ gekommen zu sein. Und die lautet – sehr erwachsen – Ignorieren.

Beim „Quiet Firing“ entlässt Dich Dein Chef nicht, sondern gibt Dir durch sein Verhalten zu verstehen, dass er Dich aufgegeben hat. Das kann sich in folgenden Verhaltensweisen äußern, wie die Recruterin Bonnie Dilber bereits im September in einem viralen Post auf LinkedIn erklärt hat:

Du wirst langsam aus dem Unternehmen gedrängt, bis Du schließlich irgendwann selbst die Kündigung einreichst. Im Gegensatz zu Mobbing kritisieren Vorgesetzte Dich nicht öffentlich oder zeigen ein Verhalten, weswegen Du Dich über sie beschweren könntest.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Chef Strategien des „Quiet Firing“ bei Dir einsetzt, probiere Folgendes:

Auch wenn der Begriff neu ist: „Quiet Firing“ hat es schon immer gegeben. Sei es, weil der Chef zu konfliktscheu ist für ein Gespräch, oder weil das Unternehmen hofft, sich das Geld für eine Abfindung zu sparen.

Während „Quiet Firing“ von einem Vorgesetzten ausgeht, kann es sich bei Druckkündigungen um eine Form des Mobbings durch Kollegen handeln. Statt Dich links liegenzulassen, wirst Du in das Zentrum des Konflikts gezogen. Das kann so weit gehen, dass ein Team sich gegen einen Beschäftigten stellt und sinngemäß gegenüber der Unternehmensleitung sagen: „Entweder besagte Person geht, oder alternativ kündigen wir. „

Wenn es einen objektiven Kündigungsgrund gibt (Kollege entwendet Geld aus der Kasse oder verrät Firmengeheimnisse), handelt es sich um eine unechte Druckkündigung. Dritte weisen nun den Arbeitgeber auf den Kündigungsgrund hin und drängen ihn dazu, die Person zu entlassen. Eine echte Druckkündigung kommt einer betriebsbedingten Kündigung gleich. Dabei üben Dritte derart Druck auf den Arbeitgeber aus, dass ihm keine andere Wahl bleibt, als besagten Mitarbeiter zu entlassen, weil dem Unternehmen ansonsten massive wirtschaftliche Schäden drohen. Beispielsweise, weil es zu Massenkündigungen innerhalb der Belegschaft im eigenen Betrieb kommt. (mit Material der dpa)

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