Osnabrück Schüler mit Sprachproblemen: Wenn Eltern ihren Job nicht machen, muss der Staat ran
Eine neue Studie weist auf große sprachliche Probleme bei Grundschülern hin. Das ist nicht zu unterschätzen.
Es ist lange bekannt, dass viel zu viele Schüler große Probleme mit der deutschen Sprache haben. Der eigentliche Skandal ist, dass die Bildungspolitik offenbar nichts daran ändert. Und auch die neueste Studie zu Grundschülern bestätigt einmal mehr: Der sprachliche Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie sehr Kinder zu Hause gefördert werden.
Mehr als ein Fünftel der befragten Kinder gab an, selten bis nie ein Buch in der Hand zu halten. Stattdessen sind viele in Chatuniversen unterwegs, in denen Grammatik und Rechtschreibung in die Rubrik Freiwilligkeit fallen. Die Konsequenz: schlechte Ergebnisse in der Schule, wenig Erfolgsaussichten im Berufsleben, teils grundsätzliche Probleme, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Vieles davon hat schlicht mit fehlender Bildung zu tun und nicht mit den intellektuellen Fähigkeiten, mit denen ein Erstklässler ins Klassenzimmer kommt.
Eigentlich ist es an den Eltern, ihre Kinder etwa mit der klassischen Gute-Nacht-Geschichte ans Lesen heranzuführen. Versäumen die Eltern das, ist der Staat in der Pflicht, systematisch zu fördern. In der Schule heißt das konkret, Schüler mit spannenden Geschichten zu begeistern, Ehrgeiz beim Selberlesen zu wecken und Kinder zu motivieren, sich kreativ in der deutschen Sprache auszuprobieren. Das umzusetzen, ist Aufgabe der Bildungspolitiker der Länder und letztlich jeder einzelnen Schule, jedes Lehrers. Es muss sichergestellt werden, dass jeder Schüler und jede Schülerin die Grundschule mit einem Mindestmaß an sprachlicher Kompetenz verlässt.