Etat in Großefehn Haushalt galoppiert durch die Gremien
Am Dienstagabend stellte die Gemeinde Großefehn ihren Haushalt für das kommende Jahr vor. Mit der Verabschiedung hat sie es in diesem Jahr besonders eilig.
Großefehn - Die Verzögerungen, die es in der Gemeinde Großefehn den vergangenen Tagen schon bei der Vorstellung des neuen Haushaltes gegeben hatte, nahmen am vergangenen Dienstagabend erst einmal eine Fortsetzung. Für die Präsentation des Etats vor Rats- und Ortsratsmitgliedern musste zunächst noch eine fehlende Datei rüberkopiert werden, die Technik tat ihr Übriges. So begann die Vorstellung des Haushalts mit etwa zehnminütiger Verspätung.
Bahnbrechende Sensationen waren eigentlich nicht zu erwarten. Dass der Haushalt auch im kommenden Jahr keine schwarze Null am Ende haben wird, dürfte wenig überraschen. Das voraussichtliche Minus beziffert Kämmerin Jördis Lienemann auf 374.700 Euro. Das Manko könnte sich auch noch leicht erhöhen, weil die geplante Hundesteuer-Ermäßigung für Gebrauchshunde noch vom Rat beschlossen werden muss.
Die dicksten Brocken sind Feuerwehr und KGS
Zu den Gewinnern eines Gemeindehaushalts gehört traditionell die Feuerwehr. Mit 2,3 Millionen Euro fällt einer der größten Einzelposten des Haushalts auf den Bau des neuen Gerätehauses im Zentrum. Hinzu kommen neue Fahrzeuge für die Brandschützer, die noch einmal 125.000 Euro kosten werden. 200.000 Euro werden in das Feuerwehrgerätehaus in Holtrop investiert, weitere 60.000 steckt die Gemeinde in die Strackholter Wache, wobei der größere Teil davon Erträge bringen soll. „Wir wollen die Wohnung, die sich in dem Gebäude findet, wieder ertüchtigen und anschließend vermieten“, erläuterte Fachdienstleiter Frank Cramer die Pläne.
Reichlich Geld nimmt Cramer außerdem für die Schulen in die Hand. 3,5 Millionen Euro werden für das kommende Jahr für den westlichen Erweiterungsbau der Kooperativen Gesamtschule (KGS) veranschlagt. Die Erweiterung war 2019 zum ersten Mal geplant worden, hatte sich dort aber schnell als zu klein herausgestellt, sodass eine zweite Planung notwendig wurde. Corona brachte das Projekt dann erst einmal ins Stocken. Für weitere 62.000 Euro erhält die KGS einen neu gestalteten Jugendplatz, unter anderem mit Basketballfeld und Skateanlage. 35.000 Euro kommen als Zuschuss vom Land.
Sport und Spiel kosten viel
Das Bauressort hat seinen dicksten Brocken in Spetzerfehn liegen. Dort werden 1,3 Millionen Euro für die Erweiterung der Sport- und Freizeiteinrichtungen bei der Grundschule aufgewendet, von denen eine Million Euro als Fördergeld kommt. „Die Baugenehmigung haben wir in der vergangenen Woche bekommen“, erklärte Bauamtsleiter Günther Siefken. 500.000 Euro sind außerdem für die Leichtathletikanlage und den Traumspielplatz veranschlagt, die zwischen der KGS und dem SV Großefehn entstehen sollen. „Weitere 500.000 Euro werden im Folgejahr in den Haushalt eingestellt“, so Siefken. „Abhängig ist das allerdings davon, dass wir die eingeplanten Förderzusagen für das Projekt bekommen.“ Von insgesamt veranschlagten 1,3 Millionen Euro soll eine Million gefördert werden.
Das Bemerkenswerteste am neuen Haushalt dürfte nach wie vor sein, dass die Gemeinde ihn auf jeden Fall vor Ablauf des Jahres beschließen will. Dazu wird das Zahlenwerk in den kommenden Wochen bis Weihnachten noch durch sämtliche Ausschüsse und Ortsräte gejagt, um am 21. Dezember schließlich den Gemeinderat zu passieren. Der Grund für die Eile ist laut Kämmerin Lienemann technischer Natur. „Unsere Haushaltssoftware erhält zum Jahreswechsel ein Update mit neuen Strukturen“, erklärte sie. Der neue Haushalt solle deshalb gleich korrekt aufgespielt werden, damit man im Laufe des kommenden Jahres nicht alles zweimal anfassen müsse.
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