Gemeinde Krummhörn Was tun mit dem Geld für Poppinga‘s Alte Bäckerei?
Poppinga‘s Alte Bäckerei ist noch nicht ganz verkauft, da wird das Geld schon verplant. Ein Antrag der SPD in der Krummhörn ist da mehrfach interessant.
Krummhörn - Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) möchte, das sagte sie jüngst im Gespräch mit dieser Zeitung, dass der Krummhörner Gemeinderat bei Anträgen häufiger selbst Vorschläge macht, woher das Geld zur Umsetzung dieser Anträge kommen soll. Ein Ruf, der offenbar erhört wird, denn jetzt hat die SPD im Gemeinderat einen Antrag gestellt, der genau diesen Punkt mitdenkt. „Durch den Verkauf von Poppingas Alte Bäckerei werden außerordentliche Erträge erzielt, die in den Haushalt der Gemeinde Krummhörn einfließen“, heißt es in dem Antrag, der jetzt bei der Bürgermeisterin eingegangen ist. Geht es nach der SPD, sollen 95.000 Euro von diesen außerordentlichen Erträgen genutzt werden, um 50.000 Euro für Coronahilfen für Vereine bereitzustellen und, um das Budget für die Spielplätze um 45.000 Euro auf dann 50.000 Euro zu erhöhen.
Der Antrag der Sozialdemokraten ist aber nicht nur ein Beispiel dafür, dass Loodens Wunsch Gehör finden könnte. Er setzt nämlich auch Tatsachen voraus, die noch gar nicht geschaffen sind. „Es gibt einen Beschluss zum Verkauf des Gebäudes“, bestätigt Looden auf Nachfrage. Das „Poppinga‘s Alte Bäckerei“ genannte Gebäude in Greetsiel ist im Besitz der Gemeinde, soll aber veräußert werden. Die Politik hat den Beschluss, wer den Zuschlag bekommt, in nicht-öffentlicher Sitzung gefällt. Wer den Zuschlag bekommen soll, ist noch nicht bekannt. „Noch ist das Gebäude auch gar nicht verkauft“, so Looden. Man sei auf der Zielgeraden, aber der Vertrag sei noch nicht unterschrieben.
Die von der SPD nun vorgeschlagenen 95.000 Euro an „außerordentlichen Erträgen“ werden auch nicht von ungefähr kommen. Die Verkaufssumme des Gebäudes ist nicht öffentlich bekannt, aber mit mindestens 95.000 Euro an zusätzlichem Geld rechnet man in der Politik offensichtlich – zuzüglich dessen, was vielleicht noch an Anträgen kommt. Zudem gibt Looden zu bedenken, dass der Erlös aus dem Verkauf nicht 1:1 als außerordentliche Erträge in den Haushalt gerechnet werden können. „Was im Endeffekt wirklich überbleibt, müssen wir sehen.“ Sie gibt zu bedenken, dass die Gemeinde auch mit steigenden Aufwendungen konfrontiert ist, beispielsweise durch steigende Energiekosten.