Energieversorgung  LNG-Schiff auf dem Weg nach Wilhelmshaven

Imke Oltmanns
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Von Imke Oltmanns
| 05.12.2022 14:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das LNG-Schiff „Espranza“ gehört zur norwegischen Hoegh-Reederei. Foto: HLNG
Das LNG-Schiff „Espranza“ gehört zur norwegischen Hoegh-Reederei. Foto: HLNG
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Deutschland will unabhängig werden von russischem Gas. Mithilfe von LNG-Schiffen soll Erdgas aus anderen Ländern noch in diesem Jahr nach Deutschland kommen. Das erste Schiff ist jetzt unterwegs.

Wilhelmshaven - Deutschlands erstes schwimmendes Terminal hat Kurs auf seinen neuen Heimathafen Wilhelmshaven genommen. Wie auf der Internetseite von Marineraffic zu verfolgen ist, passierte das LNG-Schiff „Hoegh Esperanza“ auf dem Weg von der spanischen Ostküste in den Atlantik am Montagmittag die Straße von Gibraltar. Als Ankunftszeit für Wilhelmshaven ist dort Sonnabend, 10. Dezember, angegeben. Marinetraffic greift wie ähnliche Internetseiten auf Signale von Schiffen zurück, so dass man deren Routen weitgehend in Echtzeit verfolgen kann.

Offiziell eingeweiht werden soll die „Hoegh Esperanza“ eine Woche später, am 17. Dezember. Das geht aus einer Presseeinladung hervor, die ebenfalls am Montag verschickt wurde. Demnach werden dazu auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie die Bundesminister für Wirtschaft, Robert Habeck (Grüne), und Finanzen, Christian Lindner (FDP), erwartet. Der Anleger für das schwimmende Terminal war in Rekordzeit gebaut worden. Baustart war Mitte Mai, knapp drei Monate, nachdem Russland den Krieg gegen die Ukraine begann.

Unabhängig von Russland

Deutschland will sich mit eigenen LNG-Anlegern unabhängig machen von russischem Erdgas. Das kam bisher per Pipeline ins Land. Nun soll das Erdgas aus anderen Ländern importiert werden, zu denen es allerdings keine Pipelines gibt. Es muss also per Schiff hertransportiert werden und zwar in stark verdichteter und verflüssigter Form, als sogenanntes LNG (englisch: liquified natural gas). Deutschland hat bisher kein eigenes LNG-Terminal. Um die Importmöglichkeiten zu beschleunigen, hatte die Bundesregierung fünf schwimmende LNG-Terminals gechartert, Schiffe also, die technisch auch als Anlandeterminal fungieren können.

Das erste dieser Schiffe soll in Wilhelmshaven in Betrieb genommen werden. Die „Hoegh Esperanza“ wird bei ihrer Ankunft in Wilhelmshaven bereits LNG an Bord haben, so hatte es Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) zuletzt erklärt. Wie auf Marinetraffic ebenfalls zu sehen war, hatte die „Esperanza“ zuletzt an den beiden spanischen LNG-Häfen Murgados und Sagunto angelegt, bevor es sich auf den Weg nach Wilhelmshaven machte. Dort wird das LNG wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückversetzt und anschließend über die ebenfalls neu gebaute 26 Kilometer lange Anbindungsleitung in der Nähe von Etzel in das deutsche Gasnetz eingespeist.

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