Kolumne „Für die Ehre“ Wo bleibt das Herzblut, liebe Führungskräfte?
Unser Kolumnist fragt sich heute, warum es so schwierig ist, Menschen im Ehrenamt für Führungsaufgaben zu begeistern. Ein Beitrag, der Mut machen soll.
Wer übernimmt eigentlich noch Verantwortung in der heutigen Zeit? Es ist schon verrückt: Während sich früher immer mehrere Kandidaten für Posten in den Führungspositionen der Feuerwehren zur Wahl stellen ließen, ist man heute froh, wenn man einen Bewerber hat. Es ist nicht mehr selbstverständlich, Menschen zu finden, die mit „Können“ ein Amt ehrenamtlich bekleiden.
Verantwortung übernimmt man bereits mit der Aufnahme des Ehrenamtes, das ist völlig klar; die Verantwortung für die Führung zu übernehmen, scheint allerdings nicht mehr rasch gegeben zu sein. Sind es fehlende finanzielle Anreize, macht die Work-Life-Balance die Entscheidung schwer oder sind es die allgemeinen Gegebenheiten, die die Motivation zur ehrenamtlichen Herzblutführungskraft schwinden lässt?
Ähnliches sehe ich in Sportvereinen: Wenige wollen die Rolle des Trainers oder des Schiedsrichters übernehmen. Was aber fehlt? Haben wir uns selbst ins Abseits gestellt durch unsere genossene Erziehung oder sehen viele den Sinn nicht? Verantwortung zu übernehmen, bedeutet mehr Arbeit und weniger Zeit für sich. Die Mehrarbeit, kann man in einem Team bewältigen und die Zeit für sich, ist doch das Ehrenamt, zu dem man sich entschieden hat.
Manchmal kann ich es nachempfinden. Die Förderung und der Rückhalt durch hauptamtliche Entscheider ist nicht immer gegeben. Es spielt dabei anscheinend keine Rolle, wie gut die Arbeit läuft. Wenn wir weiter gute Ehrenamtler in den führenden Rollen sehen wollen, müssen wir mit ihnen sprechen und uns auf sie einlassen. Wichtig ist auch, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich nicht durch missgünstige Dritte beeinflussen zu lassen. Die Generationen Y und Z sollten jedoch auch überlegen, warum es wichtig ist, ehrenamtlich aktiv und ehrenamtlich in einer Führungsposition zu sein. Wir halten zum großen Teil unser Land am Laufen, besonders dann, wenn es kritisch wird.
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