Nach langer Suche Dorf hat endlich wieder einen Ortsvorsteher
Ein Jahr lang fand sich im ganzen Dorf niemand, der als Ortsvorsteher von Klein-Remels fungieren wollte. Nun ist endlich ein Nachfolger für den Posten gefunden.
Uplengen - Ein Jahr nach den Kommunalwahlen hat Klein-Remels wieder einen Ortsvorsteher. Am Dienstagabend wurde Karl Braams in einer Sitzung des Gemeinderates angelobt. Seiner Ernennung war eine monatelange Suche nach einem Nachfolger von Hans Jost vorausgegangen, der das Amt 2015 übernommen hatte, sich nach der vergangenen Kommunalwahl aber zurückziehen wollte. Die Vakanz war eine Besonderheit: Alle Ortsteile der Gemeinde Uplengen hatten einen Ortsvorsteher oder eine Ortsvorsteherin. Doch in Klein-Remels fand sich lange niemand, der den Posten übernehmen wollte.
„Natürlich habe ich mich auch gefragt, warum eigentlich kein anderer will“, sagt Braams. Er lebt seit Januar 2021 in Klein-Remels und engagiert sich im Bürgerverein des Dorfes. Dort wurde der 61-Jährige auch auf den vakanten Posten angesprochen. „Wir sind eine super Truppe und wollen Klein-Remels gemeinsam voranbringen“, sagt er. Er sehe sich als Sprachrohr der Bürgerinnen und Bürger gegenüber der Gemeinde. „Das wird mit Sicherheit auch Spaß machen“, so der neue Ortsvorsteher. Braams geht politisch unabhängig in das Amt. Die CDU, die bei der Kommunalwahl in dem Ort die meisten Stimmen geholt hatte, hatte für den Posten ein Vorschlagsrecht. Die Christdemokraten unterstützten aber das Engagement des parteilosen Kandidaten. „Ich werde mit 61 Jahren nicht mehr in eine Partei eintreten“, sagt Braams.
Bürgermeister freut sich über Engagement
Bürgermeister Heinz Trauernicht (parteilos) freut sich, dass die schwierige Suche nun beendet ist. „Wir konnten die Lücke schließen. Für eine Gemeindeverwaltung ist es wichtig, einen Ortsvorsteher vor Ort zu haben“, sagt er. Die ehrenamtliche Tätigkeit sei keine leichte Aufgabe. „Lob erfährt man selten. Meistens kommt eher die Kritik an“, so Trauernicht. „Ich habe Karl Braams deshalb die volle Unterstützung des Rathauses zugesichert.“
Dass das Amt als Ortsvorsteher Anstrengungen mit sich bringt, hatte auch Braams Vorgänger Hans Jost nach seinem Rückzug erklärt. „Man muss für einen solchen Posten schon viel Zeit mitbringen“, so Jost. Er hatte die Aufgabe 2015 übernommen. Jost war damals neu in Klein-Remels, wurde angesprochen, ob er den Posten nicht übernehmen wolle und sagte zu. Damals habe der Ort bereits drei Jahre lang keinen Vorsteher mehr gehabt, sagt Jost. Es fand sich schlichtweg keiner. Er aber sagte zu, gratulierte Senioren zum Geburtstag, hielt Kontakt zur Gemeindeverwaltung und setzte sich sechs Jahre lang für das Dorf ein, das seine Heimat geworden war.