Erdgas aus Wilhelmshaven  LNG-Leitungsbau im Endspurt

Imke Oltmanns
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Von Imke Oltmanns
| 30.11.2022 17:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Wilhelmshavener Anbindungsleitung (WAL) bei Hooksiel; hier noch im Bau. Mittlerweile sind diese Rohre schon unter der Erde. Foto: Open Grid Europe
Die Wilhelmshavener Anbindungsleitung (WAL) bei Hooksiel; hier noch im Bau. Mittlerweile sind diese Rohre schon unter der Erde. Foto: Open Grid Europe
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Mitte Dezember soll das erste schwimmende LNG-Terminal in Betrieb gehen. Um das Gas ins Netz zu bekommen, ist eine neue Leitung nötig. Die ist fast fertig.

Wilhelmshaven - Zur Ankunft des ersten schwimmenden LNG-Terminals in Wilhelmshaven soll auch die Leitung, die das Gas vom Schiff ins Gasnetz bringt, fertig sein. Alle Rohre der Wilhelmshavener Anbindungsleitung (WAL) lägen schon im Boden und die Gräben seien zu 99 Prozent mit Erde verfüllt, teilte der Leitungsbauer und -betreiber Open Grid Europe (OGE) am Mittwoch mit. Am 20. Dezember könnte die 26,3 Kilometer lange Leitung in Betrieb genommen werden.

Was und warum

Darum geht es: Die neue LNG-Leitung wird pünktlich fertig.

Vor allem interessant für: Gaskunden

Deshalb berichten wir: Der Leitungsbauer Open Grid Europe hat über den Fortschritt des Leitungsbaus berichtet.

Die Autorin erreichen Sie unter: i.oltmanns@zgo.de

Die Leitung wurde in Rekordtempo gebaut. Die Rohre seien zwischen dem 19. August und dem 19. November verlegt worden, innerhalb von zwölf Wochen also, heißt es bei der OGE. Üblicherweise dauere der Bau einer Leitung nicht Wochen, sondern Jahre.

Das erste Terminalschiff

Der Leitungsbau war nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar nötig geworden. Deutschland will sich unabhängig machen von russischem Pipelinegas und setzt auf den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus anderen Ländern. Das LNG wird per Schiff transportiert. Da Deutschland bisher keine eigenen LNG-Terminals hat, charterte der Bund erstmal fünf schwimmende Terminals, um möglichst schnell verflüssigtes Erdgas importieren zu können.

Die Hoegh Esperanza wird Mitte Dezember in Wilhelmshaven erwartet. Foto: HLNG
Die Hoegh Esperanza wird Mitte Dezember in Wilhelmshaven erwartet. Foto: HLNG

Das erste dieser schwimmenden Terminals wird in Wilhelmshaven liegen, die „Hoegh Esperanza“. Dieses gut 300 Meter lange und 50 Meter breite Schiff wird Mitte Dezember erwartet und soll schon mit Gas an Bord ankommen. Anschließend bleibt es fest am Anleger und soll etwa einmal pro Woche von einem zweiten LNG-Schiff angefahren werden. Das Terminalschiff kann das ankommende Flüssiggas durch Erwärmen in seinen gasförmigen Zustand zurückversetzen. Die Wilhelmshavener Anbindungsleitung verbindet die „Hoegh Esperanza“ mit dem nächsten Anknüpfungspunk ins deutsche Ferngasnetz bei Etzel in der Gemeinde Friedeburg. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hatte angekündigt, dass noch vor Weihnachten das erste Gas von Wilhelmshaven aus ins Gasnetz eingespeist wird.

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