Straßensanierung in Aurich  Nächste Großbaustelle taucht am Horizont auf

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 28.11.2022 16:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Kirchdorfer Straße in Aurich wird saniert – ober- und unterirdisch. Foto: Ortgies
Die Kirchdorfer Straße in Aurich wird saniert – ober- und unterirdisch. Foto: Ortgies
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In Aurich werden gefühlt ständig wichtige Verbindungsstraßen durch Baustellen blockiert. Noch während die Arbeiten an der Fockenbollwerkstraße laufen, kommt die nächste Großbaustelle in Sicht.

Aurich - Die schier unendliche Geschichte von Großbaustellen in Aurich wird 2023/24 um ein Kapitel reicher: Dann nämlich wollen Stadt und Landkreis Aurich die Kirchdorfer Straße (K 111) sanieren lassen. Sie ist voller Schlaglöcher und hat nur schmale Geh- und Radwege. Auf dem rund einen Kilometer langen Abschnitt zwischen der Julianenburger Straße und der Brücke über den Ems-Jade-Kanal erhält sie eine Runderneuerung (siehe Grafik).

Der rot markierte Abschnitt soll saniert werden. Grafik: Reil
Der rot markierte Abschnitt soll saniert werden. Grafik: Reil

Sanierungsbedarf besteht auch in der Kanalisation der Kirchdorfer Straße. Dafür ist die Stadt Aurich zuständig, ebenso für den Gehweg. Ehe die Sanierungsarbeiten an der Oberfläche losgehen können, muss erst das Unterirdische erledigt sein. Schmutz- und Regenwasserkanäle seien in Teilbereichen sanierungsbedürftig, sagt Ehlke Ubben von der Auricher Stadtentwässerung. Für die Oberflächenentwässerung seien zum Teil größere Rohre notwendig, da „einige Bereiche bei Starkregen auffällig“ seien. Heißt: Sie stehen unter Wasser.

Schon jetzt eine Baustelle

Einen Zeitplan kann Ubben nicht nennen. „Wir wissen den genauen Umfang noch nicht.“ Außerdem wisse man nicht, wie sich die Situation im Tiefbau entwickelt. Die Arbeiten könnten nicht vor Sommer 2023 beginnen. Von der Sanierung der Kanalisation hängt es ab, wann der Landkreis mit der Sanierung der Fahrbahn loslegt. Stadt und Landkreis stimmten sich darüber ab, teilen beide Behörden mit. „Die Planung wird im kommenden Jahr fortgeführt“, sagt Rainer Müller-Gummels, Pressesprecher der Kreisverwaltung. „Die Arbeiten selbst werden vor 2024 aber nicht starten.“ Zum genauen Ablauf und zur Umleitungsstrecke könne er noch keine Angaben machen. Unklar ist auch, ob die Straße voll oder nur halbseitig gesperrt werden muss.

Etwas weiter südlich ist die Kirchdorfer Straße bereits jetzt eine Baustelle. Seit dem 24. Oktober wird auf einer Länge von fünfeinhalb Kilometern der Radweg von Kirchdorf nach Ludwigsdorf (Gemeinde Ihlow) erneuert. Währenddessen ist die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Nur Anlieger, Busse, Einsatz- und Müllfahrzeuge dürfen dort fahren. Alle anderen Fahrzeuge werden weiträumig über Schirum und Westersander umgeleitet. Eine kürzere Umleitung ist nach Angaben des Landkreises nicht möglich. Die Fahrbahnen seien zu schmal, die Brücken nicht tragfähig genug.

Neuer Radweg ist fast fertig

Trotz des teils schlechten Wetters in den vergangenen Wochen liegen die Arbeiten laut Müller-Gummels in etwa im Zeitplan und werden sich voraussichtlich nur leicht verzögern. Nach jetzigem Stand werden sie Mitte Dezember abgeschlossen sein. Der erste Bauabschnitt (Kirchdorfer Brücke bis Schirumerfeld) ist bis auf Restarbeiten an Randstreifen und Einfahrten fertig. Im zweiten Bauabschnitt (Schirumerfeld bis Plaggefelder Straße) wird seit Montag gefräst. Der Asphalt-Einbau ist dort für Freitag und kommenden Montag geplant.

Der Laie fragt sich, wieso die Arbeiten an der Kirchdorfer Straße nicht in einem Rutsch erledigt werden. Dazu sagt Müller-Gummels: „Die Radweg-Sanierung ist aufgrund des ausgesprochen schlechten Fahrbahn-Zustandes bereits jetzt durchgeführt worden.“ Sie stehe „nicht im Zusammenhang mit der grundlegenden Straßensanierung“.

Seit Jahren immer nur Baustellen

Die Auricher Innenstadt besteht gefühlt seit Jahren aus Großbaustellen, die wichtige Verbindungen innerhalb der Stadt und nach außen blockieren. 2020 wurden die Pferdemarkt-Kreuzung und die B 210 zwischen Sandhorst und Plaggenburg saniert. Im vergangenen Jahr wurden zuerst die B 72 (Leerer Landstraße/Große Mühlenwallstraße) und dann die Julianenburger Straße einschließlich der Kreuzung Fischteichweg/Kirchdorfer Straße zu Baustellen.

Im Herbst 2021 ging es mit der Sanierung der B 210 weiter, diesmal mit Vollsperrung zwischen Plaggenburg und Ogenbargen. Seit Juni läuft unter halbseitiger Sperrung die Sanierung der Fockenbollwerkstraße (L 14). Sie wird noch das ganze Jahr 2023 und wahrscheinlich darüber hinaus andauern – also parallel zu den Arbeiten in der Kirchdorfer Straße. Einschränkungen gibt es aber nicht nur für Fahrzeuge: Seit 2019 lässt die Stadt Aurich die Fußgängerzone sanieren. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2023.

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