Höhere Kosten im Kreis Aurich  Müllgebühren steigen um 14 Prozent

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 26.11.2022 08:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Müllabfuhr im Landkreis Aurich wird 2023 teurer. Foto: Archiv/Ortgies
Die Müllabfuhr im Landkreis Aurich wird 2023 teurer. Foto: Archiv/Ortgies
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Alles wird teurer, auch die Müllabfuhr. Im neuen Jahr müssen Haushalte im Landkreis Aurich 139 Euro statt 121,50 Euro zahlen. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

Aurich - Die Müllgebühren im Landkreis Aurich steigen im neuen Jahr um rund 14 Prozent. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 120-Liter-Tonnen für Bio- und Restabfall zahlt dann 139 Euro pro Jahr (statt 121,50 Euro). Die Grundgebühr steigt von 69 auf 80 Euro, die Leerungsgebühr von 5,25 auf 5,95 Euro pro Tonne. Das geht aus einer Beschlussvorlage für den Betriebsausschuss Abfallwirtschaft des Auricher Kreistags hervor. Das Gremium tagt kommenden Donnerstag ab 14.30 Uhr im Seminarhotel Aurich (Raum Wangerooge).

Vor allem steigende Kraftstoffpreise und steigende Personalkosten treiben die Ausgaben für die Müllabfuhr in die Höhe. Im vergangenen Jahr hatten die hohen Erlöse für Altpapier die Mehrkosten an anderer Stelle ausgeglichen und eine Gebührenerhöhung verhindert. In diesem Jahr reicht dieser Effekt aber nicht mehr, um die Folgen der galoppierenden Inflation auszugleichen.

Erste Erhöhung seit 2019

Die Grund- und Leerungsgebühren für die Restabfall- und Biotonnen im Landkreis Aurich waren zuletzt vor vier Jahren erhöht worden, damals um mehr als zehn Prozent. Die Abfuhr der blauen und gelben Tonnen (Altpapier und Leichtverpackungen) ist gebührenfrei.

Die Gebührenerhöhung tritt nur in Kraft, wenn der Kreistag ihr zustimmt. Das gilt jedoch als sicher. Die Gebühren sind auch nach der Erhöhung vergleichsweise niedrig. Vor 20 Jahren zahlte ein Durchschnittshaushalt im Landkreis Aurich 165,50 Euro pro Jahr. Mit der Rekommunalisierung der Müllabfuhr 2011 fielen die Gebühren deutlich und erreichten 2012 den Tiefpunkt von 102 Euro pro Jahr. Dieses Niveau wurde sechs Jahre lang gehalten. 2018 wurden die Gebühren erstmals wieder erhöht, 2019 ein weiteres Mal.

Preise für Altpapier schwanken stark

Der Verkauf von Altpapier ist eine wichtige Einnahmequelle für Entsorgungsbetriebe. Der Markt ist allerdings von stark schwankenden Preisen geprägt. 2021 hatte der Abfallwirtschaftsbetrieb Erlöse von 60 Euro pro Tonne Altpapier einkalkuliert, tatsächlich aber mehr als doppelt so viel eingenommen. In diesem Jahr lagen die Erlöse bei durchschnittlich 146 Euro pro Tonne, sind aber derzeit wieder im Sinkflug, wie Hans-Hermann Dörnath auf Anfrage mitteilte. Dörnath ist Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs und Geschäftsführer des Entsorgungsbetriebs Materialkreislauf- und Kompostwirtschaft GmbH (MKW).

Der Abfallwirtschaftsbetrieb sammelt rund 15.000 Tonnen Altpapier im Jahr ein. 10.000 Tonnen verkauft er selbst. Das restliche Drittel sind Verpackungen. Diese gehören wie sämtlicher Verpackungsmüll Systembetreibern wie der Duales System Deutschland GmbH (DSD). Das Einsammeln lässt sich der Abfallwirtschaftsbetrieb von den Systembetreibern bezahlen.

Erfolg der Kampagne

Das Unternehmen hat statistisch ausgewertet, wie viel Rest- und Bioabfall jeweils zur Abfuhr bereitgestellt wurde. Laut Beschlussvorlage ist die Menge an Bioabfall seit 2021 rückläufig, während die Menge an Restmüll steigt. Die beiden Kurven haben sich gekreuzt: Mittlerweile wird im Landkreis Aurich mehr Rest- als Bioabfall entsorgt. Dies wird als Erfolg der Kampagne „Trenn Dich korrekt“ gewertet. In den Biotonnen befänden sich nun weniger Fremdstoffe, und diese würden stattdessen über den Restabfall entsorgt.

Falsch befüllte Biotonnen bekommen die rote Karte. Foto: Landkreis Aurich
Falsch befüllte Biotonnen bekommen die rote Karte. Foto: Landkreis Aurich

Seit 2020 versucht der Abfallwirtschaftsbetrieb mit der Kampagne „Trenn Dich korrekt“, die Leute zu einer besseren Mülltrennung zu bewegen. Im Bioabfall stecken nach wie vor zu viele Dinge, die dort nicht hineingehören. Die Entfernung sogenannter Störstoffe wie Plastiktüten, Windeln oder Metall kostet Zeit und Geld. Im Extremfall wird der Bioabfall unbrauchbar und muss verbrannt werden. Falsch befüllte Biotonnen werden nicht mehr geleert. Die Mitarbeiter kennzeichnen sie mit einer roten Karte, und das Müllfahrzeug fährt weiter.

Seit Beginn der Kampagne ist der Anteil der Störstoffe von sechs auf unter zwei Prozent gesunken. Das reicht noch nicht ganz. Nach den Bestimmungen der Bioabfallverordnung muss der Anteil unter einem Prozent liegen. Nur so könne garantiert werden, dass hochwertiger und möglichst mikroplastikfreier Kompost erzeugt wird.

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