Teheran  Bericht: Iranischer Ex-Nationalspieler Voria Ghafouri festgenommen

Flora Hallmann
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Von Flora Hallmann
| 24.11.2022 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der iranische Fußball-Nationalspieler Voria Ghafouri (links) soll wegen Unterstützung der Proteste im Iran festgenommen worden sein. Foto: IMAGO IMAGES / Sports Press Photo
Der iranische Fußball-Nationalspieler Voria Ghafouri (links) soll wegen Unterstützung der Proteste im Iran festgenommen worden sein. Foto: IMAGO IMAGES / Sports Press Photo
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Immer wieder werden im Iran Prominente festgenommen, die sich an den Protesten gegen das Regime beteiligen oder Unterstützung äußern. Nun soll der Ex-Nationalspieler Voria Ghafouri festgenommen worden sein.

Der iranische Profisportler und ehemaliger Spieler in der Nationalmannschaft Voria Ghafouri soll im Iran festgenommen worden sein. Der iranische Fernsehsender „Iran International“ teilten die Nachricht bei Twitter. „Sicherheitskräfte haben den beliebten Fußballspieler Voria Ghafouri wegen „Beleidigung und Untergrabung der iranischen Fußballnationalmannschaft und Propaganda gegen die Islamische Republik“ festgenommen.“ Ghafouri habe sich offen für die Unterstützung von Demonstranten ausgesprochen, insbesondere Menschen in Kurdistan, heißt es dort weiter.

Auch die Journalistin Natalie Amiri teilte die Information auf Twitter. „In den vergangenen Wochen unterstützte Voria öffentlich die Demonstranten und besuchte Familien von Opfern in Mahabad“, schreibt sie. In Mahabad eskalierte die Gewalt des Regimes gegen die Demonstranten kürzlich besonders stark, die Regierung schickte Panzer und soll wahllos auf Menschen geschossen haben.

Ghafouri ist seit Jahren kritisch gegenüber dem Regime und setzte sich wiederholt dafür ein, dass auch Frauen in Fußballstadien zugelassen werden. Seit Beginn der aktuellen Proteste, ausgelöst vom gewaltsamen Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini, zeigte er seine Solidarität vor allem mit der kurdischen Bevölkerung.

Der 35-Jährige spielt in der iranischen Profi-Fußballliga. Im Juni wurde sein Vertrag mit dem Fußballverein Esteghal nicht verlängert – vermutet wurde, dass das auf seine offene Kritik am iranischen Regime zurückzuführen ist.

Kurden machen gut zehn Prozent der iranischen Bevölkerung aus und werden vom Regime systematisch unterdrückt. Der Iran greift immer wieder kurdische Ziele im Irak an, als Grund wird angeblicher Terrorismus genannt sowie die Angst vor einem kurdischen Separatismus, also die Gründung eines eigenen kurdischen Staats und die Abspaltung vom Iran. Kurdinnen und Kurden sind bei den aktuellen Protesten gegen das Regime besonders aktiv.

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