Hamburg  Wie gesund ist die Vier-Tage-Woche? Interview mit einer Expertin 

Laurena Lynn Erdmann
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Von Laurena Lynn Erdmann
| 24.11.2022 12:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Vier-Tage-Woche soll mehr Entspannung ermöglichen. Doch stimmt das? Foto: Unsplash/JESHOOTS.COM
Die Vier-Tage-Woche soll mehr Entspannung ermöglichen. Doch stimmt das? Foto: Unsplash/JESHOOTS.COM
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Eine Mehrheit in Deutschland spricht sich für eine Einführung der Vier-Tage-Woche aus. Doch führt die Verteilung der Arbeit auf vier statt fünf Tagen zu mehr Stress auf der Arbeit? Wir erklären, wie gesund die Vier-Tage-Woche ist.

Die Apotheken-Umschau hat die Arbeitspsychologin Dr. Romana Dreyer zur Vier-Tage-Woche befragt. Die Expertin erklärt, wie und warum die Vier-Tage-Woche sinnvoll sein kann.

„Lange Arbeitszeiten gehen mit höheren Belastungen einher“, erklärt Dreyer. Genauso soll auch die Vereinbarung von Beruf und Privatem für viele Menschen stressig sein. Eine Reduzierung der Arbeitszeit auf vier statt fünf Tage könne daher helfen, heißt es von der Expertin. Eine Studie aus Island hat herausgefunden, dass Angestellte mit einer Vier-Tage-Woche „mehr Wohlbefinden erleben und Familie und Beruf besser vereinbaren konnten“, so Dreyer. Ebenso zeigt die Studie, dass eine reduzierte Arbeitszeit sogar die Produktivität verbessern kann.

Mit einer Vier-Tage-Woche würde sich das Wochenende um einen Tag verlängern und sich Arbeitnehmer so besser erholen können. „Wir haben einen Tag mehr Zeit, um auszuschlafen, die Akkus aufzuladen und mehr Raum, selbstbestimmt die Freizeit zu gestalten“, erklärt Dreyer und weiter: „Auch die Gesundheit profitiert.“

In der Studie aus Island wurden Aufgaben gestrichen, Meetings verkürzt oder einfach durch E-Mails ersetzt. „Auch die Menschen müssen sich anpassen: Wenn ich vier Tage arbeite, dann muss ich mich mehr disziplinieren und meine Arbeitsroutinen verändern“, erklärt Dreyer. „Doch man müsse aufpassen, dass sich die Arbeit [nicht] zu stark verdichtet.“ Auch „Kaffeepausen oder der Austausch im Team“ sei wichtig“, so die Expertin.

Eine Umfrage von „Statista“ zeigt, dass 63 Prozent der Befragten für eine Vier-Tage-Woche mit einem vollen Lohnausgleich sind. Doch auch ohne den vollen Lohnausgleich sprechen sich 14 Prozent der Befragten für eine Reduzierung der Arbeitszeit aus.

Nur 17 Prozent, also knapp ein Fünftel der Befragten, wollen keine Vier-Tage-Woche.

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