Trump bei Twitter  Das Comeback ist nicht verdient

Mark Otten
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Ein Kommentar von Mark Otten
| 20.11.2022 17:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Darf wieder twittern: Ex-US-Präsident Donald Trump, hier im Juni 2020. Foto: Brandon/AP/DPA
Darf wieder twittern: Ex-US-Präsident Donald Trump, hier im Juni 2020. Foto: Brandon/AP/DPA
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Donald Trump ist zurück bei Twitter. Noch ist der Ex-US-Präsident erstaunlich ruhig – dabei wird es kaum bleiben. Verdient hat Trump die Rückkehr nicht.

Jetzt ist es also passiert: Donald Trump darf wieder twittern. Eigentlich war der umstrittene Ex-US-Präsident wegen seiner anstachelnden Botschaften rund um den Sturm auf das US-Kapitol dauerhaft gesperrt worden. Doch der neue Plattform-Chef Elon Musk hat die Sperre kurz nach Dienstantritt aufgehoben. Die Entscheidung stand bereits fest. Es ist deshalb albern, dass Musk sie mit dem knappen Ausgang einer Twitter-Abstimmung begründet und vom „Willen des Volkes“ spricht. Nun jubelt ein Lager, während das andere in Sorgen und Empörung versinkt. Allein das zeigt, welche Emotionen der 76-jährige Wahlverlierer weiterhin auslöst. Und das dürfte nur der Anfang sein.

Wichtig: Donald Trump verbreitet seine Wahllügen und Verschwörungsmärchen weiterhin und ohne Anzeichen von Reue. Bei seinen Auftritten setzt er mehr denn je auf Spaltung, verharmlost Gewalt gegen politische Gegner und schürt Angst, Aggression und Vorteile gegenüber Fremden und Andersdenkenden. Es kann also keine Rede davon sein, dass sich ein geläuterter Mann seine Rückkehr verdient hat.

Noch zögert der Ex-Präsident offenbar, ob er seinem eigenen Twitter-Klon Truth Social den Rücken kehren kann, dessen exklusives Aushängeschild er ist. Doch Twitter bietet Trump das, wonach er sich am meisten sehnt: Aufmerksamkeit. Trump ist süchtig danach. Nun haben die Digital-Chaoten ihren Anführer zurück.

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