Kirchlich oder weltlich?  Das sagen die großen Kirchen zu Trauerrednern

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 18.11.2022 19:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dr. Detlef Klahr ist Regionalbischof für den Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland-Ems. Foto: Archiv
Dr. Detlef Klahr ist Regionalbischof für den Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland-Ems. Foto: Archiv
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Eine weltliche Bestattung - oder doch lieber kirchlich? Das sagen zwei Vertreter der Kirchen aus Ostfriesland dazu.

Ostfriesland - Die Bestattungsformen in Deutschland haben sich verändert und sind vielfältiger geworden. Seit einigen Jahren wächst auch die Nachfrage nach Trauerrednerinnen und -rednern.

Sie werden gebucht, wenn bei einer Bestattung keine geistliche Begleitung, aber doch eine Würdigung des Verstorbenen gewünscht wird. Sie erfüllen auch besondere Wünsche. Was sagen die Kirchen dazu?

Das sagt der lutherische Regionalbischof

Dr. Detlef Klahr, Regionalbischof für den Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland-Ems, findet es „in jedem Fall wichtig, dass das Ende eines Lebens einen würdigen Abschied erhält“. Denn die Würde des Menschen „hört im Tod nicht auf“, schreibt er auf Anfrage dieser Zeitung. Form und Inhalt der Bestattung sollen dabei dem Leben des Verstorbenen genauso entsprechen wie der tröstliche Beistand für die Angehörigen. Denn klar sei: Nichts im Leben sei schwerer, als von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Bei einer kirchlichen Bestattung sei es der lutherischen Kirche wichtig, „die Trauernden zu begleiten und vom Verstorbenen in der Hoffnung auf das ewige Leben Abschied zu nehmen“, so Klahr weiter. Die Gemeinde nehme Abschied von einem ihrer Gemeindeglieder.

Die Familie der oder des Verstorbenen hingegen werde in ihrer Trauer begleitet und getragen von dem Gesang und den Gebeten der Gemeinde. Das Leben des Verstorbenen werde in den Blick genommen und zu Gott in Beziehung gesetzt. Im Mittelpunkt stehe bei der kirchlichen Trauerfeier „die Botschaft von der Auferstehung Christi und damit der Sieg des Lebens über den Tod.“

Das sagt der Sprecher der reformierten Kirche

Ulf Preuß, Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer, sieht das ähnlich: „Kirche findet es grundsätzlich gut, wenn Menschen in schwierigen Lebenssituationen Begleitung haben“. Selbstverständlich sei jeder darin frei, wo er sich diese Begleitung sucht. Der Kirche stünde auch nicht zu, zu beurteilen, welcher Weg bei Beistand und Trost der bessere sei.

Ulf Preuß ist Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer. Foto: Reformierte Kirche
Ulf Preuß ist Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer. Foto: Reformierte Kirche

Für Pastorinnen und Pastoren machten Seelsorge und der Beistand einen wesentlichen Anteil ihrer Ausbildung aus, so Preuß. Als weiterer „möglicher Pluspunkt“ für eine kirchliche Bestattung komme hinzu, „dass es um Vermittlung der Botschaft über das Leben hinaus geht und darum, was da noch kommen mag.“ Zudem gewährleisteten Pastorinnen und Pastoren auch nach der Trauerfeier eine seelsorgerische Begleitung der Hinterbliebenen.

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