Mehr Geld für die Gemeinde Was höhere Steuern den Krummhörner Hundehaltern bringen
Die höheren Hundesteuern in der Gemeinde Krummhörn werden unter anderem mit den Kotbeutel-Spendern begründet. So teuer sind sie und so sieht es im Umland aus.
Krummhörn/Hinte/Emden - Hundebesitzer in der Krummhörn müssen tiefer in die Tasche greifen, denn die Gemeinde hebt für sie die Steuern an. Begründet wurde das zuletzt mit den Mehrkosten, die ansonsten die gesamte Bevölkerung tragen müssten. Genannt wurden in diesem Zusammenhang die überall aufgestellten Spender mit Beuteln für Hundekot. Wir haben nachgefragt, welche Kosten dadurch pro Jahr entstehen, ob sich jetzt etwas beim Angebot ändert und wie es im Vergleich dazu in Hinte und Emden aussieht.
Was und warum
Darum geht es: Die Hundesteuer in der Krummhörn wird erhöht. Die Einnahmen stehen allerdings nicht im Verhältnis zum Aufwand – und das brauchen sie rechtlich auch nicht.
Vor allem interessant für: Hundehalter in der Krummhörn, Hinte und Emden
Deshalb berichten wir: Kürzlich erreichte uns Kritik, nachdem wir über die Steueranhebungen in der Krummhörn berichteten. Da blieben Fragen offen, weshalb wir noch einmal nachgehakt haben. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Krummhörns Gemeindesprecher Fritz Harders teilt auf Nachfrage mit, dass mit der Anhebung der Steuern nun jedes Jahr etwa 93.000 Euro von den Hundehaltern eingehen. Für die Kotbeutelstationen stehen aber nur jeweils 3000 Euro zur Verfügung. Zwar ist die Hundesteuer nicht zweckgebunden und kann daher auch für andere Bereiche ausgegeben werden, die nichts mit der Haltung von Tieren zu tun haben. Der große Unterschied dieser beiden Summen erklärt trotzdem zumindest teilweise den Unmut von Hundehaltern, die die Anhebungen hinterfragten, nachdem diese bekannt wurden.
39 Spender in der Krummhörn
Immerhin: Für den Ersthund müssen sie ab jetzt 68 statt 60 Euro bezahlen, für den Zweithund 166 statt 102 Euro, für jeden weiteren 190 statt 128 und für „gefährliche“ Rassen 820 statt wie bislang 650 Euro. Als „gefährlich“ gelten die Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pit Bull Terrier und deren Kreuzungen, zählt Harders auf und ergänzt, dass mit den Steuern verhindert werden soll, dass man sich zu viele Tiere anschafft.
Laut dem Sprecher gibt es in der Krummhörn 39 Beutelspender, jedes Jahr stelle der Bauhof etwa einen bis drei weitere auf. Bisher gibt es sie in den Orten Grimersum, Groothusen, Hamswehrum, Jennelt, Pilsum, Pewsum, Rysum, Greetsiel und Canum. Dort seien jeweils „Paten“, die in der Regel von den Ortsvorstehern benannt werden und die Bescheid sagen, sobald die Spender leer sind. Der Bauhof fülle dann nach. Man kaufe jeweils 6000 Beutel für 64 Euro ein, denn pro Jahr werden auch mehrere Tausend verbraucht. „Das sind mehr, als es eigentlich sein dürften.“ Harders vermutet, dass viele Beutel zweckentfremdet werden.
Regelmäßige Kontrollen durch die Kommunen
In Krummhörns kleinen Nachbargemeinde Hinte werden in diesem Jahr voraussichtlich 51.000 Euro an Hundesteuern eingenommen. Dort gibt es rund 35 Spender, teilt Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) mit. Pro Jahr gebe man für sie etwa 1200 Euro aus. „Der Bauhof wechselt die großen Müllbeutel einmal die Woche im Zuge von anfallenden Mäharbeiten etc. Die Stationen, die nicht im Zuge anderer Aufgaben bereits mit abgearbeitet wurden, werden freitags abgefahren und geleert.“
Laut Redenius gibt es nur einen großen Müllbeutel pro Station und keine kleinen Tüten. Von den Hundehaltern wird also erwartet, dass sie selbst welche mitbringen, um die Hinterlassenschaften einzusammeln und dann an den Stationen zu entsorgen. Der Verbrauch an großen Müllbeuteln liege bei etwa 1800 Stück pro Jahr, da sie wöchentlich getauscht werden.
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In der 50.000-Einwohner-Stadt Emden gehen jährlich rund 360.000 Euro von Hundehaltern ein, so Stadtsprecher Eduard Dinkela. Dort gebe es zehn Stationen, für die man im vergangenen Jahr etwa 7000 Euro brutto ausgegeben habe, um sie zu befüllen. Verbraucht wurden in diesem Zeitraum 62.600 Beutel. Kontrolliert und befüllt werden die Stationen regelmäßig von städtischen Mitarbeitern. „Darüber hinaus sind Hundekotbeutel auch im Bürgerbüro begrenzt erhältlich.“ Allerdings werden sie auch in Emden oft zweckentfremdet, ergänzt Dinkela.