Neue Hundesteuer-Satzung  Jäger zahlen immer noch, aber weniger

Jens Schönig
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Von Jens Schönig
| 21.11.2022 09:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Weil Jagdhunde nicht nur die Beute der Jäger aufspüren, sondern unter anderem auch angefahrene Wildtiere, senkt die Gemeinde Großefehn die Steuer für sie. Foto: Pixabay.com
Weil Jagdhunde nicht nur die Beute der Jäger aufspüren, sondern unter anderem auch angefahrene Wildtiere, senkt die Gemeinde Großefehn die Steuer für sie. Foto: Pixabay.com
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Der Finanzausschuss der Gemeinde Großefehn hat über eine Befreiung der Jäger von der Hundesteuer abgestimmt. Daraus wurde schließlich eine Ermäßigung.

Großefehn - Das große Ziel haben die Großefehntjer Jäger nicht erreicht. Mit einer Petition hatten sie sich für eine Befreiung von der Hundesteuer eingesetzt. Dafür hatten sie insgesamt 125 Unterschriften gesammelt. Einen entsprechenden Antrag hatte die Fraktion CDU/FDP/Frieden bereits im Mai an die Gemeinde gerichtet. Am Dienstag kam das Thema auf die Tagesordnung des Finanzausschusses.

Bereits im Vorfeld der Ausschusssitzung hatten sich die Fraktionen aber auf einen Kompromiss geeinigt. „Es gibt viele ältere Jagdhunde, die nicht mehr aktiv an der Jagd teilnehmen. Die pauschal mitzubefreien, wäre gegenüber den aktiven Jagdhunden sowie anderen Hundebesitzern nicht ganz gerecht“, erklärt der Ausschussvorsitzende Siebelt Fohrden (CDU) die Motivation der Ausschussmitglieder.

Jäger würdigen die Signalwirkung der Entscheidung

Die Kompromisslösung sieht nun vor, dass Jäger für ihren ersten Hund nur noch 40 statt der üblichen 65 Euro bezahlen. Nach Angaben der Gemeinde betrifft diese Regelung etwa 75 Hunde. Bei einer Steuerbefreiung wären der Gemeinde Hundesteuer-Einnahmen von rund 4875 Euro durch die Lappen gegangen. Durch die Ermäßigung muss sie immer noch auf 1875 Euro verzichten. Die laut Fohrden einstimmig beschlossene Regelung soll im Januar in Kraft treten – gesetzt den Fall, dass der Rat ihr in seiner Sitzung im Dezember ebenfalls zustimmt.

Obwohl ihre ursprüngliche Forderung nicht erfüllt wurde, sehen die Jäger die Kompromisslösung als positives Signal. Der Vorsitzende der Jägerschaft Aurich, Gerold Lengert, macht keinen Hehl daraus, dass auch er sich lieber die Befreiung gewünscht hätte. „Aber wir können zufrieden damit sein, dass Politik und Verwaltung unsere Argumente angenommen und sich um eine Lösung bemüht haben“, sagt er. Die Ermäßigung trage dem Umstand Rechnung, dass die Hunde eben nicht reines Privatvergnügen der Jäger seien, sondern auch Aufgaben im öffentlichen Interesse erfüllten. „Wenn ich bedenke, dass wir oft nachts rausmüssen, um nach angefahrenem Wild zu suchen, dann ist das schon gerechtfertigt“, sagt Lengert.

„Und sollte die Afrikanische Schweinepest in die Gegend kommen, werden mit Sicherheit auch händeringend Hunde gebraucht werden, um Schwarzwild zu bejagen.“ Auch der freiwillige Einsatz der Unterschriftensammler habe sich damit gelohnt, findet Lengert. „Dafür dass die bei Wind und Wetter in der Gemeinde unterwegs waren und die Leute angesprochen haben, haben sie meinen größten Respekt“, sagt er. „Und es ist umso schöner, dass Politik und Verwaltung das mit ihrer Entscheidung auch anerkannt haben.“

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