Schockanrufe im Kreis Leer Seniorin verliert beinahe 50.000 Euro

Von Rieke Heinig
 | 18.11.2022 12:58 Uhr  | 0 Kommentare  | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Kreis Leer hat es erneut eine Reihe von Schockanrufen gegeben. Symbolfoto: Pixabay
Im Kreis Leer hat es erneut eine Reihe von Schockanrufen gegeben. Symbolfoto: Pixabay
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Im Kreis Leer wurden am Donnerstag mehrere Schockanrufe gemeldet. Eine Seniorin fiel beinahe auf die Betrüger herein und hatte es einem Zufall zu verdanken, dass sie kein Geld verlor.

Landkreis Leer/Borkum/Leverkusen - Mehrere Schockanrufe sind am Donnerstag der Polizei im Landkreis Leer gemeldet worden. So wurden in Leer, wie die Polizei mitteilt, zwei Senioren im Alter von 74 und 75 Jahren und in Weener eine 79-jährige Frau von Betrügern kontaktiert und um Geld gebeten. Alle Betroffenen erkannten die Betrugssituation und beendeten die Telefonate. Auch eine 82-jährige Leverkusenerin wurde von Betrügern bezüglich eines Unfalls auf Borkum kontaktiert.

Eine Frau habe sich als Tochter der 82-Jährigen ausgegeben und behauptet, auf der Insel einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Anschließend teilte ein Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab, mit, dass die Seniorin eine Kaution von 50.000 Euro zahlen müsse, damit ihre Tochter nicht ins Gefängnis müsse. Die 82-Jährige habe sich laut Polizei zunächst bereiterklärt, für die Kaution aufzukommen. Sie teilte den Betrügern aber noch mit, wegen der Höhe des Betrags zunächst bei ihrer Bank ankündigen zu müssen, dass sie diese Summe abheben wird. Nachdem sie das getan hatte, versuchte die Leverkusenerin noch einmal Kontakt zu den Anrufern aufzunehmen. Da sie sich die Telefonnummer der Betrüger nicht notiert hatte, kontaktierte sie direkt die Polizei auf Borkum. Dort wurde sie durch einen Beamten über die Betrugsmasche aufgeklärt und darüber in Kenntnis gesetzt, dass es keinen tödlichen Unfall auf Borkum gegeben habe.

Auch wurde die Frau aus Leverkusen gebeten, sich umgehend bei ihrer Tochter zu melden, was sie auch tat. Die Polizei Borkum informierte außerdem die Polizeidienststelle am Wohnort der Frau, damit diese vor Ort weiter polizeiliche Unterstützung bekommt. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche, die darauf abzielt, die Opfer in Panik zu versetzen. Es wird darauf hingewiesen, dass weder die Polizei noch andere Behörden Kautionen nach Unfällen oder anderen Vorkommnissen am Telefon einfordern. Das von den Betrügern behauptete Kautionsverfahren ist in Deutschland nicht üblich. Es wird dringend darum gebeten, niemals Bargeld oder andere Sachwerte auf Verlangen fremder Personen herauszugeben oder Geldtransaktionen durchzuführen.