Kindergarten wird ausgebaut Zwischentrakt macht Kinnerhuus zur Mega-Kita
Der Wiesmoorer Kindergarten Kinnerhuus in der Mullberger Straße wird derzeit auf bis zu 150 Plätze ausgebaut. Am Mittwoch stellte die Stadt die ersten Baufortschritte vor.
Wiesmoor - In den bisherigen Kindergarten „Tiddeltopp“ an der Mullberger Straße ist neues Leben eingezogen, genauer gesagt, neue Kinder. Nachdem der von den Lebenshilfe-Einrichtungen im Landkreis Aurich (LEILA) betriebene Kindergarten sein neues Domizil in der Wittmunder Straße bezogen hat, hat die Stadt das freigewordene alte Gebäude für die Erweiterung des dahinter liegenden städtischen Kindergarten „Kinnerhuus“ genutzt. Am Mittwochnachmittag stellten Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos), Fachgruppenleiter Heiner Schoon und Baubetriebsleiter Johann Burlager gemeinsam mit der stellvertretenden Einrichtungsleiterin Heidi Hobbie und der neuen Krippen-Leiterin Yvonne Eichhorn die ersten vollendeten Sanierungsmaßnahmen vor.
Der kleine Altbau, der im Laufe seiner Geschichte auch schon als Wohnhaus, Kneipe und Friseursalon genutzt wurde, war für den Kindergartenbetrieb schon seit einigen Jahren ein Sanierungsfall. Dessen hat sich mit dem Auszug der bisherigen Nutzer schließlich die Stadt Wiesmoor angenommen. Die Erweiterung des „Kinnerhuus“ war aus Sicht der Stadt der praktikabelste Weg, auf den rasant steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen zu reagieren. Bereits am 10. Oktober nahm die Krippen-Ganztagsgruppe des Kinnerhuus in den ehemaligen Tiddeltopp-Räumlichkeiten die Arbeit auf. Die Gruppe umfasst insgesamt 15 Plätze. „Es sind noch nicht alle Kinder da, aber die Plätze schon alle vergeben“, sagt Sven Lübbers. „Bis Ende des Jahres ist die Gruppe vollzählig. Daran kann man auch mal sehen, was für einen Druck wir bei den Betreuungsplätzen gerade haben.“
Neue kleine Toiletten und eine „Matsche-Dusche“
Im kleinen Altbau wurde eine Zwischenwand entfernt, wodurch der Aufenthaltsraum größer und heller geworden ist. Außerdem wurden sämtliche Böden im Haus auf die gleiche Höhe gebracht. „Teilweise waren hier noch alte Holzfußböden verbaut“, sagt Johann Burlager. „Außerdem wurde Estrich für eine Fußbodenheizung verlegt.“ Der Waschraum wurde kernsaniert. Zentrale Elemente sind die für Krippenkinder erforderlichen kleineren Toiletten. Schräg gegenüber vom Waschraum gibt es noch einen „kleinen Wellness-Bereich“, im Wesentlichen eine etwas geräumigere Dusche. „Der ist dafür gedacht, wenn die Kinder matschen oder sich auf andere Weise mit Wasser austoben wollen“, sagt Yvonne Eichhorn.
Was noch fehlt, ist die Heizungsanlage für das kleine Gebäude. „Es soll eine Wärmepumpe verbaut werden, aber die war bis zur Eröffnung noch nicht lieferbar“, erläutert Burlager. „Bis dahin behelfen wir uns mit einer geliehenen elektrischen Heizung.“ Den Strom für die Wärmepumpe soll eine Photovoltaikanlage liefern, die in einem der nächsten Schritte auf dem neu zu bauenden Zwischentrakt zwischen altem und neuem Kinnerhuus installiert werden soll. Das „alte“ Kinnerhuus behält bis auf Weiteres seinen Gasheizkessel, weil die alten Heizkörper dort sich nicht für den Einsatz der Wärmepumpe eignen. „Wenn die Heizkörper irgendwann abgängig werden, wäre zu überlegen, wie wir die Heizungsanlage dort künftig gestalten“, sagt Burlager.
Kapazitäten im Kinnerhuus sind ausgereizt
Eine provisorische Wand am Ende der Garderobe deutet darauf hin, wo der Zwischentrakt Anfang kommenden Jahres entstehen soll. Er wird nach seiner Fertigstellung das bisherige Kinnerhuus mit dem neuen Teil baulich verbinden. In ihm ist dann die Mensa für den gesamten Kindergarten untergebracht. Baubeginn soll so früh wie möglich im kommenden Jahr sein, die Fertigstellung erwartet Burlager für den Sommer 2023. Die ersten Aufträge für den Neubau wurden laut Sven Lübbers in der vergangenen Woche vom Verwaltungsausschuss freigegeben. „Die Baugenehmigung dafür ist laut Architekt schon unterwegs“, sagt Burlager.
Die Umbauten im alten Tiddeltopp-Gebäude schlagen laut Lübbers mit rund 230.000 Euro zu Buche. „Wir haben aber bereits die Förderzusage vom Land über 180.000 Euro erhalten“, fügt der Bürgermeister hinzu. Wenn der Neubau beide Gebäude verbindet, wird das ganz neue Kinnerhuus 100 Kindergarten- und 44 Krippenplätze umfassen. Bis zu 150 Plätze wären insgesamt möglich. „Dann ist dieser Standort aber auch ausgereizt“, stellt Lübbers klar. „Langfristig werden wir aber noch weitere Plätze vor allem in Wiesmoor-Mitte brauchen.“ Nach Lübbers‘ Ansicht kämen dafür nur die ehemaligen Flächen der Gärtnerei in Betracht, auf denen die „Neue Mitte“ entstehen soll. „Aber Fakt ist auch, dass uns dort noch nicht ein einziger Quadratmeter gehört“, so Lübbers.
Allerdings ist momentan auch noch die Frage offen, wie lange Wiesmoor überhaupt noch seine Kindergärten gehören, denn bekanntlich will der Landkreis Trägerschaft für alle kommunalen Kitas übernehmen. „Wir sind da mit dem Landkreis noch in guten Gesprächen“, sagt Lübbers. „Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende des Jahres eine Lösung gefunden haben.“