Hamburg Müssen mir meine Eltern mein Kindergeld überweisen, wenn ich ausziehe?
Mit 18 bist Du zwar erwachsen – Kindergeld gibt es trotzdem noch. Doch wem steht das eigentlich zu: Deinen Eltern oder Dir? Was Dir zusteht und wie Du rankommst.
In diesem Artikel erfährst Du:
Trotz Nebenjob und Bafög herrscht auf Deinem Konto Ebbe und Du weißt nicht, wie Du über die Runden kommen sollst? Vielleicht solltest Du dann mal ein ernstes Wörtchen mit Deinen Eltern sprechen. Denn Dir steht vermutlich mehr Geld zu, als Du denkst.
Bislang war die Höhe des Kindergelds abhängig von der Anzahl der Kinder: Je mehr Kinder man hatte, desto mehr Geld gab es pro Sohn oder Tochter. Zum 1. Januar 2023 wird das Kindergeld auf 250 Euro pro Kind erhöht.
Wie hoch das monatliche Kindergeld ist, zeigt diese Tabelle:
Wer mit seinem Kind in Deutschland lebt, hat Anspruch auf Kindergeld. Das gilt für deutsche Staatsangehörige, die in Deutschland, genauso wie für Menschen aus einem EU-Staat, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz. Auch anerkannte Geflüchtete und Asylberechtigte bekommen Kindergeld; gleiches gilt für Menschen aus Algerien Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Marokko, Montenegro, Serbien, Tunesien und der Türkei, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind oder Arbeitslosen- beziehungsweise Krankengeld beziehen.
Auch Deutsche, die im Ausland leben, aber zumindest einen Teil ihres Einkommens in Deutschland versteuern, erhalten Kindergeld.
Grundsätzlich erhalten Deine Eltern für Dich Kindergeld, bis Du 18 wirst. Es besteht jedoch die Möglichkeit, darüber hinaus Geld zu beziehen. Bis zu Deinem 21. Geburtstag gibt es etwa Kindergeld, wenn Du als „arbeitssuchend“ gemeldet bist.
Bis zu Deinem 25. Geburtstag kannst Du auf die finanzielle Unterstützung setzen, wenn Du:
Ja. Dafür muss dieser Antrag ausgedruckt und unterschrieben per Post eingereicht werden. In regelmäßigen Abständen muss nachgewiesen, dass der Bezugsgrund immernoch besteht, zum Beispiel mit der Immatrikulationsbescheinigung.
Auch wenn Du erwachsen bist: das Kindergeld überweist der Staat nicht Dir, sondern Deinen Eltern – unabhängig davon, ob Du längst ausgezogen bist oder noch zu Hause wohnst. Idealerweise geben Dir Deine Eltern Dein Kindergeld, sobald Du von zu Hause ausziehst und Dich selbst finanzieren musst.
Unterstützen Dich Deine Eltern nicht und behalten das Kindergeld für sich, kannst Du bei der Familienkasse beantragen, dass Dir das Geld direkt ausgezahlt wird.
Während Deiner ersten Ausbildung oder Deinem ersten Studium müssen Dich Deine Eltern finanziell unterstützen.
Wie viel Dir Deine Eltern zahlen müssen, kannst Du in jährlichen Leitlinien der Düsseldorfer Tabelle nachlesen. An den Sätzen orientieren sich Gerichte in der Regel, wie Fachanwältin Mareike Paetow dem „Spiegel“ sagte.
Wenn die Situation mit Deinen Eltern so verfahren ist, dass sie weigern, Dich bei der Finanzierung Deiner ersten Ausbildung oder Deines ersten Studiums zu finanzieren, such Dir am besten anwaltliche Hilfe. Das kostet zwar auch, wird sicher aber auf lange Sicht lohnen.