Washington Wer wird 2024 US-Präsident? Diese Namen sollten Sie sich merken
Donald Trump for president? Nicht schon wieder, meinen viele. Joe Biden nochmal? Zu alt. Wer stattdessen 2024 für die US-Präsidentschaft kandidieren könnte.
Bei den Midterms 2022 blieb die viel beschworene „Rote Welle“ aus. Somit gehört der skandalumwobene Ex-Präsident Donald Trump (76) zu den Wahlverlierern. Vor der Wahl hatte er vollmundig für den 15. November eine „besondere Ankündigung“ versprochen. Kandidiert er 2024 erneut fürs Weiße Haus? Auch der amtierende Präsident Joe Biden (79) hält sich seine Zukunft offen, obwohl ihn selbst sein Demokratenlager zu greis für eine weitere Amtszeit hält. Wer sind die alternativen Präsidentschaftsanwärter?
Die „New York Times“ wirft zunächst diese drei Namen auf: Vize-Präsidentin Kamala Harris, Verkehrsminister Pete Buttigieg und die frisch wiedergewählte Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer.
Darum seien ihre Chancen am besten: Der Hype um Kamala Harris (58) ist abgeflaut. Ihre Beliebtheitswerte sind schlecht. Für sie spricht, dass sie nun breit bekannt und politisch gut vernetzt ist und eine lange Sponsorenliste hat. Sie könnte erneut die diverse Wählerbasis mobilisieren und so die erste Frau, die erste Schwarze und die erste Asiatin im mächtigsten Amt werden.
Weiterlesen: USA bekommen erste Vize-Präsidentin – und ersten „Second Gentleman“
Statt Harris hätte auch Gretchen Whitmer (51) neben Biden kandidieren können, finden viele US-Demokraten. Als Gouverneurin bringt sie viel Volksnähe mit. Erfahrung auf nationaler Ebene fehlt ihr noch.
Für einen Generationenwechsel stände der frühere Bürgermeister Pete Buttigieg (40). Er wurde bei den Vorwahlen 2020 nach Biden und Bernie Sanders drittbester Kandidat und kam vor allem bei gebildeten und wohlhabenden Wählern gut an. Biden holte ihn als Transportminister nach Washington, sodass er 2024 nicht mehr als absoluter Neuling ins Rennen ginge. Buttigieg wäre der zweitjüngste und erste offen homosexuell lebende US-Präsident.
Als weitere mögliche Kandidaten für die Biden-Nachfolge kursieren Namen aus dem politisch gemäßigten Lager innerhalb der Demokraten und dem linken, progressiven Flügel: Senatorin Amy Klobuchar (moderat, 62), Gouverneur Roy Cooper (moderat, 65), Senator Sherrod Brown (moderat, 70), Gouverneur J.B. Pritzker (progressiv, 57), Senatorin Elizabeth Warren (progressiv, 73), Abgeordneter Ro Khanna (progressiv, 46).
Laut Parteistrategen ist der populäre linke Senator Bernie Sanders (81) zu alt für eine Kandidatur. Ähnlich abwegig finden sie die Bewerbungen von Abgeordneter Alexandria Ocasio-Cortez (33), Ex-Gouverneur Gavin Newsom (55), Bürgermeister Mitch Landrieu (62) und Ex-First-Lady Michelle Obama (58).
Bei den Republikanern warten viele ab, ob Donald Trump tatsächlich nochmal antritt. Sollte er, gilt seine Nominierung als sehr wahrscheinlich, da nahezu die gesamte Partei loyal zu Trump hält.
Als stärkster innerparteilicher Herausforderer gilt Floridas Gouverneur Ron DeSantis (44). Er ist der große Gewinner der Midterms und gilt als „Trump mit Gehirn“, der ähnliche rechtskonservative Ansichten vertritt, aber wie ein Staatsmann auftritt.
In Umfragen sind Trump und DeSantis die mit Abstand beliebtesten Kandidaten. Im übrigen Feld ist Trumps Rivale von 2016, Senator Ted Cruz, die stärkste Figur. Laut „The Hill“ ist er erzkonservativ, ein erfolgreicher Spendensammler und national sehr bekannt.
Außerdem wird erwartet, dass Trumps früherer Vize-Präsident Mike Pence (63) demnächst seine Kandidatur ankündigt. Pence hatte sich nach den Gewaltexzessen vom 6. Januar von Trump distanziert. Ohne die Unterstützung von dessen Anhänger dürfte seine Kandidatur aber kaum fruchten.
Als weitere Talente mit Präsidentschaftsambitionen sieht Knuth Detlefsen, Büroleiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Washington, Glen Youngkin (55, Gouverneur von Virginia), Tom Scott (57, der einzige afroamerikanische Senator der Republikaner), Nikki Haley (50, frühere Gouverneurin und UN-Botschafterin), Mike Pompeo (58, Ex-Außenminister) und Kari Lake (53, Ex-Moderatorin).
Allerdings geht der US-Experte davon aus, dass sich die Wahl 2024 noch einmal zwischen Trump und Biden entscheidet. Zum Generationenwechsel käme es dann erst 2028.