Hamburg Bundesweiter Warntag: Wie das neue Warnsystem Cell Broadcast funktioniert
Nach der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz sollen die Deutschen in Zukunft früher gewarnt werden. So funktioniert Cell Broadcast, das neue Warnsystem der Bundesregierung.
Schneller und zuverlässiger informiert werden, wenn eine Katastrophe naht? Das verspricht das neue Warnsystem Cell Broadcast. Nachdem bei der verheerenden Flutkatastrophe im vergangenen Jahr im Ahrtal viele Menschen ums Leben gekommen waren, will die Bundesregierung die Bevölkerung bei einer möglichen neuen Katastrophe besser informieren. Dabei kommt das Warnsystem ganz ohne App oder Internet aus. Eine Erklärungsnachricht soll in den kommenden Tagen für alle Handynutzer in Deutschland verschickt werden.
Im Falle einer Katastrophe sollen alle Handybesitzer eine Art Eilmeldung mit Tonsignal auf ihr Gerät bekommen. Dabei ist es erst einmal unerheblich, ob man ein Smartphone mit Apple oder Android Betriebssystem hat. Am bundesweiten Warntag, den 8. Dezember, soll um 11 Uhr der erste Testdurchlauf gestartet werden. Mit einer SMS in den kommenden Tagen sollen die Bürgerinnen und Bürger vorab über Cell Broadcast informiert werden. Die Testphase läuft bis Februar 2023 - dabei sollen mögliche Fehler behoben und die Anwendung weiter ausgebaut werden, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitteilte. Auch sollen notwendige Updates durchgeführt werden, damit die Nachricht von den Handys auch wirklich empfangen werden kann.
Um die Warnmeldung zu erhalten, sollte das eingeschaltet und empfangsbereit sein. Auch kann nicht jedes Betriebssystem die Nachricht empfangen: Bei Smartphones von Apple ist das Betriebssystem iOS 16.1 oder 15.7.1 und 15.6.1 vonnöten. Bei Android sind alle Betriebssysteme mit Android 11 und aufwärts kompatibel.
Bei einigen Geräten muss darüber hinaus der Empfang der Cell-Broadcast-Nachrichten aktiviert sein. Bei Apple lässt sich das über den Menüpunkt „Mitteilungen“ in der Rubrik „Cell Broadcast Alerts“ einstellen. Bei Android findet sich der Punkt unter „Sicherheit und Notfall“.
Das Warnsystem funktioniert ähnlich wie eine SMS. Bei einer Notlage werden die Nachrichten per Rundfunksignale an alle kompatiblem Geräte in der Nähe geschickt, die sich in einer Zelle eingebucht haben. Die Nachricht geht dann an Handybesitzer, die zu dem Sendezeitpunkt in der jeweiligen Funkzelle eingeloggt sind. So ist es möglich, lokale und genaue Gefahrenmeldungen abzusetzen.
Das System funktioniert übrigens auch, wenn Mobilfunknetze im Notfall überlastet oder die Stromversorgung unterbrochen ist. Das System schont durch seine Technik das Netz und hilft so, die Nachrichten zuverlässig zu übermitteln. Mit dem Eintreffen der Warnmeldung erscheint neben eines Textes auch eine Warnmeldung - ohne das Herunterladen einer App, wie „Nina“ oder „Katwarn“.
Der Datenschutz ist dabei übrigens gesichert. Für die Meldung braucht das Warnsystem keine personenbezogenen Daten und erhebt auch keine.