Kolumne „Für die Ehre“  Die Kultur der Feuerwehr darf nicht sterben

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 12.11.2022 09:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Heute macht unser Kolumnist auf ein um sich greifendes Phänomen aufmerksam: Immer mehr Freiwillige Feuerwehren werden zusammengelegt. Das hat weitreichende Folgen.

Stell dir vor, man nimmt dir deine Wohnung weg und sagt, du musst mit jemand anderem ein Haus teilen, den du gar nicht kennst. Oder du wohnst auf einer einsamen Insel, weit weg von der Zivilisation, und du brauchst dann plötzlich ganz schnell die Feuerwehr, die aber nicht kommen wird. So ähnlich geht es in einigen Orten zu. Einzelne Ortsfeuerwehren werden geschlossen oder zusammengelegt. Ehrenamtliche Einsatzkräfte werfen das Handtuch, versagen den ehrenhaften Dienst.

Die Freiwillige Feuerwehr in Deutschland ist eine einzigartige Institution. Die Rettung von Menschen, Tieren und auch Sachgütern wird auf ehrenamtliche Schultern gelagert. Ein kostengünstiges System, während in vielen anderen Ländern die Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften teuer bezahlt werden muss.

Zur Person

Manuel Goldenstein (42), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.

Außerdem trägt die Feuerwehr der Städte und Dörfer zu einer örtlichen Kultur bei, die so sicherlich nur selten erreicht wird. Die Förderung des bürgerlichen Zusammenhaltes und des Engagements wird gestärkt durch die freiwilligen Helfer. Entscheider müssen sich nicht nur mit den Zahlen der Finanzen auseinandersetzten. Sicherlich kosten der Unterhalt eines Feuerwehrhauses und die Fahrzeuge eine erhebliche Summe, doch unbezahlbar sind die Helfer in der Not. Wir verlangen kein Geld für unseren Einsatz, und viele von uns geben mehr Zeit und Eigentum mit in die Feuerwehr als das, was ein Großteil der Bürger und Räte sieht.

Niemand sollte die Kultur der Feuerwehr in unserer Heimat zerstören, ohne sich einen Blick auf das wahre Leben einer Einsatzkraft zu blicken. Es ist mehr als Leidenschaft bei vielen Mitgliedern der Feuerwehr. Sie leben die Feuerwehr! Ganz gleich, wie viele Einsätze eine Feuerwehr hat, das Auto steht in Fluchtrichtung und Bekleidung liegt einsatzbereit in der Nähe des Bettes, um im Bedarfsfall schnell die Löschfahrzeuge zu besetzen. Mit der Schließung von Feuerwehren wird auch ein Teil einiger Menschen geschlossen – und das für immer.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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