42 Mitarbeiter entlassen Bäckerei schließt sechs Filialen im Landkreis Leer
Die Energiekrise zwingt die Bäckerei Behmann zum Rückzug. Nur eine Filiale soll erhalten bleiben. Ein Großteil der Belegschaft wird zum Jahresende den Arbeitsplatz verlieren.
Landkreis Leer - Die Bäckerei Behmann zieht die Reißleine. Das Traditionsunternehmen aus Hollen schließt zum Jahresende sechs seiner sieben Filialen. In Ockenhausen, Remels, Neukamperfehn, Warsingsfehn, Loga und Nortmoor wird der Betrieb am 31. Dezember eingestellt. „Wir haben keine Kostendeckung“, sagt Gertha Jünke, die den Betrieb gemeinsam mit ihrem Mann Ralf leitet. Neben dem Stammsitz in Hollen wolle man weiterhin Brot für verschiedene Supermärkte liefern. „Wir haben hin und her gerechnet und hoffen, dass die Rechnung aufgeht“, sagt Jünke. „Wir versuchen, in kleinerem Rahmen weitermachen zu können.“
Was und warum
Darum geht es: In Ockenhausen, Remels, Neukamperfehn, Warsingsfehn, Loga und Nortmoor schließen Bäckerei-Filialen.
Vor allem interessant für: Kunden und Mitarbeitern von Bäckereien.
Deshalb berichten wir: Das Unternehmen bestätigte der Redaktion die Entscheidung, sechs Filialen zu schließen. Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de
Am vergangenen Sonntag habe die Belegschaft von der Entscheidung erfahren. 42 der insgesamt 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren durch die Schließungen ihre Arbeitsstellen. „Es sind viele Tränen geflossen“, sagt Jünke. „Aber wir halten das anders nicht durch.“ Die Stromkosten seien für den Betrieb zuletzt explodiert und auch die Rohstoffpreise gingen ständig weiter in die Höhe. „Für belegte Brötchen haben wir nicht einmal mehr feste Preise“, erklärt Jünke. Immer wieder müssten diese angepasst werden.
Keine Hilfe vom Staat
Bereits im September hatte Jünke gegenüber dieser Zeitung Alarm geschlagen. „Im vergangenen Jahr hat unsere Produktion 3600 Euro Strom im Monat gekostet, letzten Monat waren es 12.000 Euro“, rechnete sie vor. Die Energiepreise seien so hoch, dass alles Kopf stehe und es sehr düster aussehe, sagte Jünke. Keine zwei Monate später folgte die Entscheidung, sechs Filialen dichtzumachen.
Viele Bäckereien geraten durch die Energiekrise in existenzielle Not. Von der Politik fühlte sich Jünke bis zuletzt im Stich gelassen. „Nichts bewegt sich“, sagte sie im September. Auch am Donnerstag beteuert sie, keine Hilfe des Staates erhalten zu haben.