Brunsbüttel Klima-Aktivisten besetzen Baumaschinen auf LNG-Baustelle, Polizei wartet ab
Aus Protest gegen den Abbau von Fracking-Gas und die Klimakonferenz in Ägypten haben mehrere Aktivisten sich seit dem frühen Morgen mit Protestplakaten auf der Baustelle für das LNG-Terminal im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel nieder gelassen. Die Aktion verläuft friedlich.
Klima-Protest in Brunsbüttel: Seit dem frühen Mittwochmorgen (9. November) haben etwa ein Dutzend Aktivisten die Baustelle für das schwimmende Terminal für Flüssig-Erdgas (LNG) zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal besetzt. Sie protestieren mit Bannern gegen Abbau und Einsatz fossiler Brennstoffe. „Alles verläuft friedlich“, sagt Polizeisprecherin Merle Neufeld. Die Polizei warte ab.
Fünf Bagger haben die Protestler der „Aktivisti“-Gruppe gegen 6.20 Uhr besetzt und dort Banner gespannt – mit Sprüchen wie „Mit Vollgas in die Klima-Krise“, „Sauberes Erdgas? Eine dreckige Lüge!“ oder „Stop LNG“. „Wir sind zufrieden mit der Aktion, es hat so geklappt wie wir uns das vorgestellt haben“, so einer der Aktivisten auf Anfrage von shz-de. Und er fügte hinzu:
Mit der Aktion in Brunsbüttel wollen die Aktivisten laut einem Schreiben, das shz.de vorliegt, auf mehrere Problematiken aufmerksam machen und ein Zeichen gegen die aktuelle Gas- und Klimapolitik der Bundesregierung setzen.
Zwar werde bei der Verbrennung von LNG etwas weniger CO2 emittiert als bei der Verbrennung anderer fossiler Energieträger, heißt es von der Protestgruppe. Bei der Förderung und dem Transport entweiche jedoch ein Teil des Gases und gelangt direkt in die Atmosphäre. Dabei sei die Treibhauswirkung von Methan, einem Hauptbestandteil des Erdgases, in den ersten 20 Jahren in der Atmosphäre 80-100 mal so groß wie die von CO2. Und weiter:
Gerade jetzt sei die Bundesregierung gut beraten, einen konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien in konkrete Planungen umzusetzen. Doch stattdessen solle weiter Kohle abgebaut werden und neue Gas-Infrastrukturen entstehen.
Der Protest richtet sich auch auf die UN-Klimakonferenz COP27, die gerade in Ägypten begonnen hat. „Eine Konferenz, die dem ägyptischen Diktator dabei hilft, sein repressives Regime grün zu waschen, wird nicht zum Systemwandel beitragen, den wir dringend benötigen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Und die Aktivisten betonen darin: „Wir brauchen kein ignorantes Gerede, sondern Taten. Für konsequenten Klimaschutz brauchen wir jetzt den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien.“